Preußen Münsters Jano ter Horst: „Absteigen will hier keiner!“ – Der Ewig-Preuße kämpft für den Klassenerhalt
Er ist die schwarz-weiß-grüne Seele von Preußen Münster, ein echter Ewig-Preuße, der am Samstag bereits sein 91. Profispiel im Traditions-Trikot bestreitet. Rechtsverteidiger Jano ter Horst, mit nur 23 Jahren einer der wenigen leistungsstarken Konstanten beim Zweitliga-Schlusslicht in dieser krisengeschüttelten Saison, hat sich zu einem echten Führungsspieler entwickelt. Der gebürtige Bad Bentheimer weiß genau, worauf es im hochbrisanten Derby gegen Erzrivalen Arminia Bielefeld ankommt: Ein Heimsieg – nichts anderes zählt und kann die Adlerträger noch vor dem drohenden Absturz in die 3. Liga bewahren.
Vom Jugendspieler zum Führungsspieler
Für ter Horst, der sich seit 2016 mit viel Ehrgeiz und Talent aus der Jugend bis in die erste Mannschaft hochkämpfte, ist das weit mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Der Verteidiger hat selbst erlebt, wie es sich anfühlt, mit dem einstigen Bundesliga-Gründungsmitglied durch die Niederungen der deutschen Fußball-Landschaft zu tingeln. Genauso hat er aber auch die unfassbare Freude hautnah aufgesogen, als der sensationelle Durchmarsch von der 4. Liga bis ins Unterhaus gelang. Umso schmerzvoller der Gedanke, dass es nun wieder abwärts gehen könnte.
Ter Horst, der bislang bei einer Gelbsperre in den übrigen 29 Begegnungen der laufenden Saison jeweils in der Startelf stand und lediglich viermal vorzeitig ausgewechselt wurde, versichert mit Nachdruck: „Wir glauben felsenfest an unsere Chance. Und zwar jeder Einzelne. Bei uns hat noch keiner abgeschenkt. Im Gegenteil.“
Vollgas gegen Bielefeld
Arminia Bielefeld soll diese Entschlossenheit am Samstag zu spüren bekommen. „Wir werden alles raushauen, sind heiß und fokussiert auf dieses Duell,“ so ter Horst, dessen Wege sich sicherlich mehrfach mit denen von Ex-Preuße Joel Grodowski kreuzen werden. Arminias mittlerweile wasserstoff-erblondeter Flügelflitzer traf zwar auch im Hinspiel per Elfer zur frühen Führung, musste am Ende aber in eine 1:2-Pleite einwilligen. Eine Wiederholung dieses Ergebnisses wäre für Münster ideal – dann nämlich würden die Gäste selbst noch einmal ganz tief unten reinrutschen.
Extreme Rivalität und Fan-Unterstützung
Diese Ausgangslage sorgt natürlich schon im Vorfeld für Alarmstufe ROT. Gerade bei der ohnehin extremen Rivalität beider Lager. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften soll drohende Eskalationen sofort unterbinden. Ter Horst appelliert an die Fans: „Es ist extrem wichtig, dass sich unsere Fans darauf konzentrieren, voll hinter uns zu stehen. Wie auch auf Schalke, wo uns 7000 Mitgereiste selbst nach der klaren Niederlage noch lautstark Mut zugesprochen haben. Wir sind absolut dankbar für ihre bedingungslose Unterstützung und diese Gänsehaut-Momente. Unser Ziel ist es, ihnen mit drei Punkten gegen die Arminia sowie mit dem Klassenerhalt etwas zurückzugeben.“
Persönliche Entwicklung und Zukunft
Fakt ist aber auch: Klappt es nicht mit der erhofften Rettung, wird Jano ter Horst – neben Kult-Kicker und „Fußballgott“ Simon Scherder der zweite echte Ur-Preuße im Team von Coach Alois Schwartz – kaum zu halten sein. Seine eigene Entwicklung ist viel zu beeindruckend. Allein sein Marktwert kletterte in den vergangenen drei Jahren von 25.000 Euro auf mittlerweile 1,2 Millionen Euro. Damit belegt er Platz 4 in der internen Rangliste hinter Keeper Johannes „Jojo“ Schenk, Oliver Batista-Meier und Zidan Sertdemir.
So weit denkt ter Horst allerdings noch nicht. Er ist voll im Hier und Jetzt. Der Verteidiger will nur eins – mit Münster zweitklassig bleiben. Und am Samstag die Arminia schlagen!
Lizenzsicherheit für die Zukunft
Unabhängig davon, ob die Preußen in der nächsten Saison in der 2. oder 3. Liga unterwegs sind: Ihr Spielbetrieb ist jeweils gesichert. Der Traditionsclub erhielt jetzt für 2026/2027 – ohne Bedingungen – die Lizenzen von der Deutschen Fußball-Liga beziehungsweise dem Deutschen Fußball-Bund. Damit ist die Zulassung bereits im ersten Verfahrensschritt abgeschlossen. Wegen des laufenden Umbaus an der Hammer Straße wurden erneut nur einige wenige Auflagen im Kriterium „Stadion“ auferlegt. In der 3. Liga müssen zudem alle Vereine, unabhängig von ihrer finanziellen Situation, Auflagen im wirtschaftlichen Bereich erfüllen.



