Florentino Pérez hat mit seinem denkwürdigen Auftritt vor der Presse nicht nur in Spanien für Wirbel gesorgt. Der Frontalangriff auf die Medien, die Ankündigung von Neuwahlen und die Mischung aus Sarkasmus und Provokation ließen in ganz Fußball-Europa die Augenbrauen hochgehen. Der 79-jährige Präsident von Real Madrid wurde dabei mit Joe Biden und Donald Trump verglichen. Seine Aussagen wurden teilweise als „unverschämt“ abgestempelt. SPORT1 hat die besten Pressestimmen gesammelt.
Spanische Stimmen
Marca: „Florentino verkündet Wahlen und feuert eine brutale Attacke auf die Presse ab. ‚Ich werde nicht zurücktreten.‘ Ganz ähnlich wie Rubiales eröffnete Florentino Pérez seinen Presseauftritt mit diesen Worten. Anschließend kündigte er Neuwahlen an, bevor er zu einer beispiellosen – und bizarren – Abrechnung mit der Presse ausholte. Das Fazit lautet: Real Madrid benötigt ebenso dringend zwei Mittelfeldspieler wie einen Image-Chef. Mourinho hätte es nicht besser machen können.“
El Mundo: „Für Real Madrid gibt es kein Heilmittel: Nur der Florentino von 2010 könnte uns vor dem Florentino von 2026 retten. Die Lage ist so ernst, dass der Präsident an die Öffentlichkeit trat, um ‚Nein zur Sportpresse‘ und ‚Nein zu Negreira‘ zu skandieren – zwei Forderungen, die universeller sind als ‚Nein zum Krieg‘ – und dennoch verlor er.“
El Laguero: „Florentino Pérez macht Real Madrid zu einem Feind für die ganze Welt. Real Madrid durchlebt derzeit seine heikelsten Tage als Verein. Die Mannschaft hat einen internen Streit zwischen zwei Teamkollegen hinter sich, es gab zahlreiche Kontroversen um ihren Star, sie hat den ‚El Clásico‘ verloren – ein Sieg, der dem Erzrivalen den Meistertitel eingebracht hätte – und heute Nachmittag hat eine Stellungnahme des Vereinspräsidenten die gesamte Fußballwelt sprachlos gemacht. Nur sehr wenige befürworten den Auftritt, den Florentino Pérez vor wenigen Stunden vor den Medien hingelegt hat.“
Sport: „Ein arroganter, provokanter und unverschämter Florentino erklärt sich in einem grotesken Auftritt zum Besten der Welt. Arrogant, überheblich, unaufrichtig und bisweilen wirr – in manchen Passagen erinnerte Pérez an die schlimmste Ausprägung bestimmter Politiker, die eher darauf versessen sind, ihre Kritiker zu bekämpfen, als Erklärungen abzugeben. Mit anderen Worten: Er ähnelte eher dem ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden in seiner letzten Amtszeit als einem modernen Staatsmann. In einem Tonfall zwischen zögerlich und sarkastisch, der alles andere als witzig wirkte und vielmehr eine Inszenierung offenbarte, die einem Verein wie Real Madrid und einem multinationalen Konzern wie ACS nicht würdig ist.“
ABC: „Florentino Pérez vertuscht die Misserfolge von Real Madrid mit einer heftigen Attacke gegen die Zeitung ABC. Der Präsident beruft Neuwahlen ein und fordert seine Gegner auf, zu kandidieren, während er der Presse vorwirft, sich verschworen zu haben, um ihn und den ‚weißen‘ Verein zu Fall zu bringen.“
AS: „Der Chef der Weißen verlässt den Presseraum von Valdebebas nach einem historischen Auftritt, bei dem er mit der Ausrufung von Wahlen zum Angriff übergeht.“
Internationale Reaktionen
Sky Sports (England): „Pérez nach erstaunlicher Pressekonferenz zurück im Scheinwerferlicht. Der Präsident von Real Madrid ist offenbar der Ansicht, dass Angriff die beste Verteidigung ist, denn er machte die Medien und die Schiedsrichter für alle Probleme seines Vereins in dieser Saison verantwortlich. Dieser Auftritt war direkt aus dem Spielbuch von Donald Trump, wenn es darum geht, mit ‚Fake-News‘-Medien umzugehen. Niemals nachgeben und sich niemals entschuldigen.“
BBC (England): „Aufgebrachter Präsident ruft nach Wahlen.“
L’Equipe (Frankreich): „Pérezs Mond-PK: ‚Es gibt Kampagnen gegen mich, aber ich bin immer noch hier.‘ Während einer außergewöhnlichen Pressekonferenz am Dienstag wies der Präsident von Real Madrid, Florentino Pérez, die Idee eines möglichen Rücktritts zurück, rief aber dennoch eine Wahl aus. Er verurteilte auch Lügen und griff die Presse an.“
RMC Sport (Frankreich): „Nach Florentino Pérez’ befremdlicher Pressekonferenz ist die Lage zwischen Barça und Real Madrid erneut angespannt. Bei seiner Pressekonferenz am Dienstag ging Florentino Pérez auf den Fall Negreira ein und zeigte sich überrascht, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Der FC Barcelona, der in diese Affäre verwickelt ist, droht mit einer Klage gegen den Präsidenten von Real Madrid.“
Krone (Österreich): „Brisante Aussagen – Denkwürdige Real-PK: Barcelona erwägt eine Klage! Nach der denkwürdigen Wut-Pressekonferenz von Real-Madrid-Präsident Florentino Pérez hat sich am späten Dienstagabend auch der FC Barcelona zu Wort gemeldet. Und die Reaktion hat es in sich – denn der Rivale erwägt nun sogar eine Klage.“
De Telegraaf (Niederlande): „Real-Madrid-Präsident Pérez greift Barcelona und die spanischen Medien scharf an: ‚Ihr seid das Problem.‘ Florentino Pérez kündigte am Dienstagabend Neuwahlen für das Präsidentenamt bei Real Madrid an; der 79-jährige Präsident kandidiert dabei selbst für eine Wiederwahl.“



