Rassismus-Eklat überschattet Champions-League-Sieg von Real Madrid
Der sportliche Triumph von Real Madrid beim 1:0-Auswärtssieg gegen Benfica Lissabon in der Champions League Playoffs wurde am Dienstagabend von einem schwerwiegenden Rassismus-Vorfall überschattet. Der brasilianische Stürmer Vinícius Junior, der mit seinem traumhaften Treffer den Sieg sicherte, warf dem argentinischen Benfica-Spieler Gianluca Prestianni vor, ihn während des Spiels rassistisch beleidigt zu haben. Der Vorfall im Estádio da Luz sorgte für massive Empörung und führte zu einer mehrminütigen Spielunterbrechung.
Emotionale Reaktionen und scharfe Kritik
Vinícius Junior zeigte sich nach dem Spiel tief getroffen und äußerte sich emotional auf Instagram: „Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Trikot in den Mund stopfen, um ihre Schwäche zu demonstrieren.“ Der frühere Weltfußballer betonte, dass er solche Situationen hasse, besonders nach einem wichtigen Sieg. Sein Teamkollege Federico Valverde unterstützte die Vorwürfe und erklärte: „Wenn man sich beim Sprechen den Mund mit dem Shirt bedeckt, will man offensichtlich etwas wirklich Hässliches sagen. Was er gesagt hat, war erbärmlich.“ Mehreren Medienberichten zufolge soll das spanische Schimpfwort „mono“ (Affe) gefallen sein.
Beschuldigter wehrt sich – UEFA ermittelt
Der 20-jährige Gianluca Prestianni bestritt die Vorwürfe entschieden. Auf Instagram stellte er klar: „Ich möchte klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt rassistische Beleidigungen gegen Vinícius Junior gerichtet habe.“ Er bedauerte, dass Real-Spieler ihn bedroht hätten und betonte, niemals rassistisch gegenüber irgendjemandem gewesen zu sein. Der französische Schiedsrichter François Letexier leitete das Anti-Rassismus-Protokoll der UEFA ein, woraufhin das Spiel unterbrochen wurde. Die Europäische Fußball Union prüft den Vorfall nun intensiv und wird über mögliche Disziplinarmaßnahmen entscheiden.
Prominente Stimmen fordern Konsequenzen
Internationale Sportgrößen meldeten sich zu Wort und solidarisierten sich mit Vinícius Junior. Real Madrids Superstar Kylian Mbappé forderte eine harte Bestrafung: „Dieser Kerl hat es nicht mehr verdient, in der Champions League zu spielen.“ Auch der britische Formel-1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton schrieb auf Instagram: „Wir sind bei Dir, Vini Jr.“ Abwehrspieler Trent Alexander-Arnold bezeichnete die mutmaßlichen Beleidigungen als „Schande für den Fußball“.
Historische Vorfälle und kontroverse Debatten
Vinícius Junior wurde in seiner Karriere bereits mehrfach Opfer rassistischer Anfeindungen. Im Vorjahr waren in Spanien mehrere Fans wegen rassistischer Beleidigungen des Offensivstars verurteilt worden, teilweise zu Bewährungsstrafen. Die spanische Profiliga wertete diese Urteile als „Meilenstein“, da es sich um die erste Verurteilung handelte, die rassistische Beleidigungen in Stadien als Hassverbrechen einstufte. Benfica-Trainer José Mourinho verteidigte seinen Verein gegen Rassismus-Verdächtigungen und erinnerte daran, dass der legendäre Torjäger Eusebio, eine schwarze Ikone, der größte Mensch in der Geschichte des Clubs sei. Gleichzeitig kritisierte er Vinícius Juniors provokative Torfeier, die seiner Meinung nach unnötige Konflikte schüre.
Der Vorfall wirft erneut ein grelles Licht auf das anhaltende Rassismus-Problem im europäischen Fußball und stellt die UEFA vor die Herausforderung, glaubwürdige Konsequenzen zu ziehen. Das Rückspiel im Bernabéu-Stadion in einer Woche steht nun unter einem besonderen Schatten.



