Raymond Kopa: Der "Napoleon des Fußballs" ist vor neun Jahren verstorben
Heute vor genau neun Jahren, am 3. März 2017, starb Raymond Kopa im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit in einem Krankenhaus in Angers. Die Fußballwelt verlor damit einen ihrer ganz Großen - einen Spieler, der neben Michel Platini und Zinédine Zidane zu den Besten der französischen Fußball-Geschichte zählt.
Eine außergewöhnliche Karriere bei Real Madrid und in der Nationalmannschaft
Raymond Kopa, der mit bürgerlichem Namen Raymond Kopaszewski hieß und am 13. Oktober 1931 als Sohn polnischer Einwanderer in Noeux-les-Mines geboren wurde, schrieb Fußballgeschichte. Mit Real Madrid gewann der offensive Mittelfeldspieler zwischen 1957 und 1959 dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister. An der Seite des legendären Alfredo Di Stéfano etablierte er sich als internationaler Star.
Sein größtes Jahr war 1958: Bei der Weltmeisterschaft in Schweden wurde Kopa als bester Spieler des gesamten Turniers ausgezeichnet und gewann im selben Jahr auch den begehrten Ballon d'Or als Europas Fußballer des Jahres. Die Franzosen nannten ihn liebevoll den "Napoleon des Fußballs" - eine Würdigung seiner Führungsqualitäten trotz seiner geringen Körpergröße von nur 1,68 Metern.
Vom Bergarbeiterkind zum Fußballidol
Kopas Lebensweg war außergewöhnlich. Als Teil einer Bergarbeiterfamilie schien ihm zunächst das Schuften in den Kohleminen Nordfrankreichs bestimmt zu sein. Doch sein im Straßenfußball entwickeltes Talent ebnete einen anderen Weg. "Ich war nur ein Dreikäsehoch", schrieb er später in seiner Biographie, "aber ich hatte das Herz eines Anführers." Ein Unfall, bei dem er einen Finger verlor, bestärkte ihn endgültig in seinem Entschluss, die Minenarbeit hinter sich zu lassen.
1949 unterschrieb der damals 18-jährige Kopa beim SCO Angers seinen ersten Profivertrag. Mit seinem Wechsel zu Stade Reims, wo er vier französische Meisterschaften gewann, begann sein steiler Aufstieg. Sein zwischenzeitlicher Wechsel zu Real Madrid 1956 war jedoch nicht unumstritten: "Ich war der erste französische Spieler, der das Land verlassen hat. Viele Leute dachten, ich sei ein Verräter", erinnerte sich Kopa später.
Historische Ehrungen und bleibendes Vermächtnis
Die Franzosen verziehen ihrem Star jedoch schnell. 1970 wurde Raymond Kopa als erstem Fußballer überhaupt die große Ehre zuteil, in die französische Ehrenlegion aufgenommen zu werden. Parallel zu seiner Fußballkarriere baute sich Kopa ein zweites berufliches Standbein auf: Er betrieb einen Zeitschriften- und Tabakladen, war Co-Eigentümer eines Hotels und gründete schließlich eine eigene Sportartikelmarke.
Nach seinem Tod ehrte ihn seine Heimatstadt Angers, indem sie das örtliche Fußballstadion nach ihm benannte. Das traditionsreiche Fachmagazin France Football vergibt seit 2018 die Kopa-Trophäe an den weltweit besten U21-Spieler - eine bleibende Würdigung des großen Fußballers, der heute vor neun Jahren von uns ging.



