Real Madrid: Enrique Riquelme – Der Herausforderer von Pérez
Real Madrid: Enrique Riquelme – Pérez' Herausforderer

Real Madrid: Der Mann im Schatten tritt hervor

Florentino Pérez hat am Dienstag in einer außergewöhnlichen Medienrunde Neuwahlen bei Real Madrid angekündigt – und gleich eine Kampfansage hinterhergeschoben. Er werde nicht zurücktreten und lade jeden ein, gegen ihn anzutreten. Besonders bissig wurde der Klubchef bei einem Seitenhieb auf „einen Unternehmer aus dem Energiesektor mit mexikanischem Akzent“, der sich doch bitte aufstellen solle.

Die Anspielung zielt auf Enrique Riquelme Vives ab. Die Marca titelt: „Der Mann im Schatten, auf den Pérez zeigt.“ Und offensichtlich der Mann, der nun tatsächlich mobil macht. Denn wie diverse spanische Medien in den Tagen nach dem spektakulären Pérez-Auftritt berichten, ist Riquelme von den aktuellen Entwicklungen nicht überrascht. Im Gegenteil, er soll wahlkampfbereit sein. El Confidencial schreibt gar: Riquelme bereite sich seit Monaten auf genau diesen Moment vor.

Könnte er der neue Real-Präsident werden?

Und siehe da: Gute 24 Stunden nach der Pérez-PK kam Riquelme zum ersten Mal aus der Deckung. In einem offenen Brief, den spanische Medien verbreiteten, bot er Pérez einen Dialog an, betitelte sich selbst als potenziellen Kandidaten und plädierte dringend dafür, dem Wahlprozess die nötige Zeit einzuräumen.

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Doch wer ist der Mann überhaupt? Der 37 Jahre alte Spanier ist Topmanager bei Cox Energy, einer auf Solar-Photovoltaik ausgerichteten Firma mit Projekten und Büros unter anderem in Mexiko, Chile, Panama, Kolumbien und Spanien. In Spanien gilt er als Unternehmer, der sich öffentlich dem Klimaschutz verpflichtet sieht. Im Madrid-Kosmos ist sein Name nicht neu: Schon 2021 wurde über eine mögliche Kandidatur gegen Pérez spekuliert, am Ende blieb es beim Gedankenspiel. Riquelme betonte schon damals, seit mehr als 20 Jahren Vereinsmitglied zu sein – ein zentrales Kriterium, um überhaupt kandidieren zu dürfen. Dass sein Vater bereits in einer Direktion des Klubs mitarbeitete, verankert die Familie zusätzlich im Vereinsumfeld.

Real Madrid: Das Kräftemessen zweier Geschäftsleute

Und offenbar lauert Riquelme auf die Chance, die Pérez ihm nun bietet. Laut El Confidencial mietete er bereits vor geraumer Zeit ein Gebäude in unmittelbarer Nähe des Bernabéu. So will er angeblich sofort vor den Toren der Arena Wahlkampf betreiben, wenn die Tür aufgeht. Klar ist: Sollte es zu einem Kräftemessen mit Pérez kommen, geht es nicht nur um einen Sportverein. Hier würden auch zwei extrem wohlhabende Geschäftsleute aufeinandertreffen. Brisant: Cox Energy übernahm jüngst für vier Milliarden Euro Anteile des Unternehmens Iberdrola. Dessen Vorsitzender Ignacio Sánchez Galán gilt als größter Business-Feind von Pérez – der bekanntermaßen ein milliardenschwerer Bauunternehmer ist.

Riquelme soll mächtige Verbündete um sich versammeln, heißt es in dem Bericht weiter – die Real-Legende Iker Casillas inklusive. Bei seinem Geburtstag im Januar waren bekannte Namen wie Sergio Ramos, Miguel Torres und Fernando Sanz zugegen. Riquelme gilt als leidenschaftlicher Madridista und war nach eigenen Angaben bei den Champions-League-Endspielen in Mailand, Kiew und Cardiff im Stadion. Außerdem tritt Cox als Sponsor im Umfeld der Rafa Nadal Academy auf, etwa beim Teamauftritt im Hexagon Cup.

Prämissen für Kandidatur bei Real Madrid

Pérez machte derweil deutlich, dass er die Wahl bewusst „in diesem Jahr“ ansetzt, „damit es Kandidaten gibt“ – und legte nach: Wer den Klub als „Diktatur“ beschimpfe und mit den Stromkonzernen spreche, solle sich stellen. Damit hat der Präsident dem lange nur kolportierten Rivalen einen Namen und eine Bühne gegeben. Von Riquelmes Zeitgesuch hielt er wenig. Übrigens: Wer Präsident von Madrid werden will, muss nicht nur mindestens 20 Jahre lang im Verein sein. Weitere Voraussetzungen laut Statuten: Die Kandidaten müssen spanische Staatsbürger sein und vor allem über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen. So wird eine Bankbürgschaft, gedeckt durch persönliches Vermögen, in Höhe von mindestens 15 Prozent des Gesamtbudgets des Vereins verlangt. Es geht wohl um über 150 Millionen Euro – kein Problem für Riquelme, dessen geschätztes Vermögen bei über einer Milliarde liegen soll.

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