Am 8. Mai beginnt die 109. Ausgabe des Giro d'Italia. Die Italien-Rundfahrt endet nach 21 Etappen am 31. Mai in Rom. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu dem Radsportklassiker.
Bedeutung des Giro d'Italia
Der Giro zählt neben der Tour de France und der Vuelta a España zu den drei großen Landesrundfahrten. Obwohl er weniger prestigeträchtig ist als die Tour de France, genießt er hohes Ansehen. Als erste der drei großen Rundfahrten gilt er als kleiner Bruder der Frankreich-Rundfahrt. Nach den Frühjahrsklassikern rücken die Rundfahrt-Spezialisten in den Fokus und kämpfen um das Rosa Trikot. Wegen der zeitlichen Nähe zur Tour (4. bis 26. Juli) verzichten manche Stars auf eine Teilnahme, in diesem Jahr etwa Tadej Pogačar. Das trübt jedoch nicht die Volksfeststimmung in der radsportbegeisterten Nation.
Start in Bulgarien
Seit Jahrzehnten beginnen die großen Landesrundfahrten gelegentlich im Ausland. Der Giro startete erstmals 1966 in Monte Carlo. Deutschland war noch nie Schauplatz des "Grande Partenza". 2026 stehen drei Etappen in Bulgarien auf dem Programm, die jedoch noch nicht allzu anspruchsvoll sind. Die erste Etappe von Nessebar nach Burgas ist flach, danach folgen zwei mittelschwere Teilstücke. Am dritten Tag erreichen die Fahrer Sofia, bevor der lange Transfer nach Italien ansteht.
Schwierigkeit der Strecke
Die Strecke ist äußerst anspruchsvoll. Fast 3500 Kilometer und 49.150 Höhenmeter müssen auf den 21 Etappen bewältigt werden. Bereits das 40,2 Kilometer lange Zeitfahren in der Toskana ist anspruchsvoll. In der Schlussphase wird der Giro zur Tortur: Die Entscheidung fällt vermutlich bei den extrem bergigen Etappen in den Dolomiten.
Favoriten auf den Gesamtsieg
Jonas Vingegaard gilt als klarer Favorit. Laut Experten und Wettanbietern wäre ein anderer Sieger eine Sensation, sofern der 29-jährige Däne gesund bleibt und schwere Stürze vermeidet. Der zweimalige Toursieger profitiert von der berglastigen Strecke und der Unerfahrenheit der Konkurrenz, wie Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Felix Gall (Österreich). Der ehemalige Tour-Sieger Egan Bernal ist nicht mehr in Topform, und Vorjahressieger Simon Yates hat seine Karriere beendet.
Deutsche Fahrer
Florian Lipowitz verzichtet auf den Giro und konzentriert sich auf die Tour de France. Die acht deutschen Fahrer im Feld streben nicht nach dem Gesamtsieg, sondern wollen als Helfer und Etappenjäger glänzen. Pascal Ackermann hofft auf weitere Erfolge in Massensprints – 2019 gewann er zwei Etappen, 2023 eine weitere. Auch Nico Denz, ein Ausreißer-Experte, durfte beim Giro bereits dreimal jubeln. Zum deutschen Aufgebot gehören zudem Jonas Rutsch, Felix Engelhardt und Max Walscheid.
Besonderes: Marcel Kittel
Der ehemalige Weltklasse-Sprinter Marcel Kittel, der 2019 seine Karriere beendete, fiebert in diesem Jahr wieder intensiv mit. Seit etwa einem halben Jahr arbeitet er als Sprinttrainer beim Wildcard-Team Unibet Rose Rockets. Sein vielversprechendster Schützling in Italien ist der Niederländer Dylan Groenewegen, einst ein Konkurrent.
Übertragung
Eurosport überträgt jede Etappe mehrere Stunden live. Die komplette Übertragung ist auf HBO Max verfügbar.
Rekordsieger und letzte Gewinner
Radsportlegende Eddy Merckx gehört zu den Rekordsiegern des Giro. Der Belgier gewann ebenso wie Fausto Coppi und Alfredo Binda jeweils fünfmal die Gesamtwertung. Ein Deutscher konnte den Giro bislang nie für sich entscheiden. Die Sieger seit 2010: 2010 Ivan Basso, 2011 Michele Scarponi, 2012 Ryder Hesjedal, 2013 Vincenzo Nibali, 2014 Nairo Quintana, 2015 Alberto Contador, 2016 Vincenzo Nibali, 2017 Tom Dumoulin, 2018 Chris Froome, 2019 Richard Carapaz, 2020 Tao Geoghegan Hart, 2021 Egan Bernal, 2022 Jai Hindley, 2023 Primož Roglič, 2024 Tadej Pogačar, 2025 Simon Yates.



