Regionalliga-Reform: Regionen-Modell als 'schlechter Scherz' kritisiert
Regionalliga-Reform: Regionen-Modell als 'schlechter Scherz' kritisiert

Regionalliga-Reform: Regionen-Modell als 'schlechter Scherz' kritisiert

Kaum hat sich die Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform auf zwei Lösungsmodelle geeinigt, da bricht bereits heftige Kritik an einem der Vorschläge los. Das sogenannte Regionen-Modell wird von Vereinen und Verbänden als inakzeptabel und instinktlos bewertet. Die Clubs der Aufstiegsreform-Initiative planen nun, geschlossen gegen diesen Vorschlag vorzugehen und stattdessen das alternative Kompass-Modell zu unterstützen.

Arbeitsgruppe einigt sich auf zwei Modelle

Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform hatte sich einstimmig für eine viergleisige Regionalliga ausgesprochen, um künftig allen Regionalliga-Meistern den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen. Dabei wurden zwei konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet: Das von vielen Vereinen bevorzugte Kompass-Modell, bei dem die vier Staffeln saisonal anhand von Entfernungen gebildet werden, und das Regionen-Modell, das aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln formen würde, während West und Südwest unverändert bleiben.

Verbandschef Winkler übt scharfe Kritik

Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), äußerte sich gegenüber dem MDR äußerst kritisch zum Regionen-Modell. „Ich halte es für instinktlos, dass das Regionen-Modell vorgeschlagen wurde! Es ist offensichtlich, dass die Vereine, die die Initiative 'Meister müssen aufsteigen' wieder ins Rollen gebracht haben, jetzt bestraft werden sollen“, so Winkler. Das Regionen-Modell würde praktisch den Wegfall des NOFV-Verbandes bedeuten, was der 62-Jährige als nicht akzeptabel bewertet.

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Winkler betonte, dass der NOFV und seine Vereine sich für eine gerechtere Aufstiegsregelung in ganz Deutschland eingesetzt hätten. „Als Belohnung dafür erhalten wir den Vorschlag, es kann ja ein Teil von euch in den Norden und einer nach Bayern. Das ist nicht akzeptabel und kann nicht die Lösung sein“, kritisierte er und bezeichnete das Kompass-Modell als deutlich gerechtere Alternative.

Traditionsvereine schließen sich der Kritik an

Unterstützung erhält Winkler von zahlreichen Traditionsvereinen. Daniel Meyer, Sportdirektor beim Halleschen FC, bewertete das Regionen-Modell gegenüber der „Bild“-Zeitung als „schlechten Scherz“. Es zeige, auf welch „erschreckendem Irrweg sich einige Personen auf Verbandsebene im deutschen Fußball bewegen“. Die rund 70 Clubs der Aufstiegsreform-Initiative werden daher das Kompass-Modell geschlossen unterstützen.

Auch Toni Wachsmuth, Sport-Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig, positionierte sich klar. „Wir als 1. FC Lokomotive Leipzig sind ganz klar für das Kompass-Modell, welches von fast allen Vereinen favorisiert wird“, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“. Er betonte: „Eine komplette Zerschlagung der Regionalliga Nordost darf nicht infrage kommen. Es ist die attraktivste und interessanteste Regionalliga mit den meisten Traditionsvereinen und den mit Abstand höchsten Zuschauerzahlen.“

Ausblick auf mögliche Umsetzung

Ein neues Modell mit vier Regionalliga-Staffeln könnte bei entsprechendem Beschluss ab der Saison 2028/2029 umgesetzt werden. Die Diskussionen zeigen jedoch, dass die Reformpläne auf erheblichen Widerstand stoßen, insbesondere wenn sie die traditionellen Strukturen der Regionalliga Nordost in Frage stellen. Die Vereine machen deutlich, dass sie eine Lösung bevorzugen, die Fairness und regionale Identität gleichermaßen berücksichtigt.

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