Fußball-Ikone Wendie Renard geht gegen Deepfake-Betrüger vor
Die französische Fußball-Legende Wendie Renard hat offiziell Anzeige wegen Identitätsdiebstahls erstattet. Grund ist ein gefälschtes Video, das mit Hilfe Künstlicher Intelligenz erstellt wurde und ihr Gesicht zeigt, um für ein angebliches KI-Projekt zu werben. Ihr Anwalt Laurent Burgy bestätigte dies am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Deepfake zielt gezielt auf Martinique-Bewohner ab
Das manipulierte Video richtet sich speziell an die Bevölkerung der Karibikinsel Martinique, der Heimat der 35-jährigen Abwehrspielerin. „Nicht nur will sie verhindern, dass ihrem Image geschadet wird, sie will auch diejenigen schützen, die möglicherweise betrogen werden“, erklärte Anwalt Burgy die Motivation seiner Mandantin. Bereits am Montagabend hatte Renard auf ihren Social-Media-Kanälen bei X, Instagram und Facebook vor der Fälschung gewarnt.
„Derzeit kursiert ein Video, das mein Bild ohne meine Zustimmung verwendet und mit Hilfe Künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Ich dementiere seinen Inhalt ausdrücklich: Er spiegelt weder meine Aussagen noch meine Werte noch meine Haltung wider“, schrieb die langjährige Nationalspielerin in ihrer Stellungnahme. Sie rief ihre Follower dazu auf, wachsam zu bleiben und „diese Art der Manipulation“ nicht weiterzuverbreiten.
Renard betont: „Keine Influencerin“
Anwalt Burgy unterstrich, dass die ehemalige Kapitänin der französischen Nationalmannschaft „keine Influencerin“ sei. „Der einzige Ort, an dem sie sich engagieren möchte, ist der Platz“, betonte er und verwies damit auf ihre ausschließliche Fokussierung auf den Sport. Die Kapitänin von OL Lyonnes distanziert sich damit klar von kommerziellen Werbeaktivitäten, die nicht mit ihrem Fußball-Engagement verbunden sind.
Deepfakes werden zunehmend zur Betrugsmasche
Die Zahl der Deepfakes, die das Bild bekannter Persönlichkeiten missbrauchen, nimmt seit einiger Zeit stark zu. Betrüger nutzen diese Technologie für verschiedene kriminelle Zwecke:
- Finanz- und Kryptobetrug
- Politische Täuschungen
- Verkauf gefälschter Produkte
- Sogenannte Liebestäuschungen
Der Fall von Wendie Renard zeigt, wie auch Sportstars zunehmend Ziel solcher digitalen Angriffe werden. Die Kombination aus Künstlicher Intelligenz und gezielter regionaler Ansprache macht diese Betrugsmethoden besonders gefährlich für ahnungslose Opfer.



