Eintracht-Trainer Riera erklärt Druck-Gespräch: Zetterer als Vorbild für die Mannschaft
Von null auf hundert in wenigen Sekunden – so könnte man den Auftritt von Eintracht-Torwart Michael Zetterer beim Spiel gegen den SC Freiburg beschreiben. Der 30-Jährige wurde bereits in der 5. Minute für den verletzten Stammtorhüter Kauã Santos eingewechselt und zeigte einen beeindruckend souveränen Auftritt.
Kaltstart ohne Probleme
Gegen die Breisgauer strahlte Zetterer von der ersten Minute an Ruhe und Sicherheit aus. Der ehemalige Bremer unterstrich damit eindrucksvoll, dass er mehr als nur ein Ersatzspieler ist. Genau diese Qualitäten hatte Trainer Albert Riera von ihm erwartet.
Interessanterweise hatte der spanische Trainer in der Woche vor dem Freiburg-Spiel ein längeres Gespräch mit seinem Torwart geführt. Riera erzählt: „Ich sagte zu Zetti: 'Wenn Du um einen Stammplatz kämpfen willst, musst Du immer bereit sein. Diesen Druck brauche ich von Dir.' Am Sonntag kam genau diese Situation. Ich verspreche niemandem Spielminuten, die ‚kaufen‘ sich die Spieler selbst. Es liegt nur an ihnen und in ihrer Hand.“
Lob von allen Seiten
Zetterers Leistung fand auch bei Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche Anerkennung. „Das ist nicht so einfach, so aus der kalten Hose dann da ins Tor zu gehen. Von daher sieht man ein bisschen seine Erfahrung, die er hat in gewissen Situationen, und er hat auch den einen oder anderen Ball gut gehalten. Von daher: Gutes Spiel von ihm“, so Krösche.
In den kommenden Wochen bietet sich Zetterer eine große Chance. Da Stammtorhüter Kauã Santos aufgrund einer Innenbandverletzung bis mindestens April ausfällt, kann sich der 30-Jährige für den dauerhaften Platz zwischen den Pfosten empfehlen.
Rieras Philosophie: Immer bereit sein
Genau diese Bereitschaft, die Zetterer am Sonntag demonstrierte, erwartet Trainer Riera von allen seinen Spielern. Für den Spanier hat oberste Priorität, dass seine Mannschaft jederzeit einsatzbereit ist und Leistung bringt, wenn sie gebraucht wird.
„Ich sage das allen Spielern: Lass es niemals dazu kommen, dass der Trainer zu dir kommt und sagt: 'Du warst nicht bereit‘, oder 'Deine Körpersprache stimmt nicht‘. Sag lieber: 'Coach, ich bin bereit. Vielleicht hast du mich nicht gewählt, aber ich bin bereit‘“, erklärt Riera seine Philosophie.
Positive Stimmung im Team
Derzeit scheint diese gewünschte Einstellung im gesamten Eintracht-Kader vorhanden zu sein. Riera lobt seine Spieler ausdrücklich: „Ich bin glücklich, wie die Spieler sich reinhängen. Auch die, die heute nicht spielten: Ich werde ihnen nachher auf der Heimfahrt Zuspruch geben. Ihr müsst bereit sein für den Trainer. Wenn du bereit bist, bringst du dich selbst in die erste Elf oder kommst für 30 Minuten rein. Niemand soll sagen können, es lag an deiner Einstellung. Die Energie und die Leidenschaft, glücklich zum Training zu kommen – das liegt allein in eurer Hand.“
Mit dieser klaren Botschaft und dem vorbildlichen Einsatz von Michael Zetterer zeigt die Eintracht Frankfurt, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen als geschlossene Einheit auftreten kann. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob diese Einstellung in weitere Erfolge mündet.



