Rolfes schwärmt von Havertz: Bayer könnte eigene Rückkehr-Regel brechen
Bei Bayer Leverkusen hält man normalerweise wenig von Rückholaktionen ehemaliger Stars. Die Philosophie des Werksklubs besagt, dass Spieler, die in Leverkusen zu Größen wurden und zu Top-Klubs wechselten, dem Verein bei einer möglichen Rückkehr nicht mehr helfen könnten. Die Leistungskurve gehe in der Spätphase der Karriere meist nur noch nach unten. Doch es gibt Ausnahmen von dieser Regel – und eine davon heißt Kai Havertz.
Besondere Beziehung zwischen Rolfes und dem Nationalspieler
„Bei Kai ist immer die Gefahr, dass ich schwach werde. Das weiß er auch“, gestand Sportdirektor Simon Rolfes nach dem 1:1 im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Arsenal. Havertz hatte für den Londoner Klub per Elfmeter den Ausgleich erzielt. Seit 2023 spielt der 26-Jährige beim aktuellen Tabellenführer der Premier League, nachdem er 2020 für eine Ablösesumme von 100 Millionen Euro von Bayer zum FC Chelsea gewechselt war.
Mit einem Jahresgehalt von etwa 20 Millionen Euro gehört der Stürmer zu den bestbezahlten Akteuren der englischen Liga. Ein Comeback im Trikot des Werksklubs ist derzeit zwar ausgeschlossen, doch Rolfes lässt für die Zukunft alle Optionen offen. „Immer, wenn wir sprechen, fange ich schon mal an zu graben“, verriet der Bayer-Manager mit einem Schmunzeln.
Emotionale Rückkehr nach Leverkusen
Die besondere Verbindung zwischen Havertz und seinem Ausbildungsverein wurde beim Champions-League-Spiel deutlich sichtbar. Wegen Verletzungen in den vergangenen Wochen hatte der Nationalspieler zunächst auf der Bank gesessen. Als er in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, erhielt er Beifall vom gesamten Stadion – ein außergewöhnlicher Vorgang in Leverkusen.
Vor dem Anpfiff war Havertz offiziell von den Bayer-Bossen Werner Wenning (79), Fernando Carro (61) und Simon Rolfes verabschiedet worden. Diese Zeremonie war beim Wechsel 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen. Nach dem Spiel bekam Rolfes' Tochter Livia (15) das Trikot von Havertz geschenkt. „Es war schön, Kai hier im Stadion zu haben“, kommentierte der Sportdirektor die emotionale Rückkehr.
Havertz' erfolgreiche Karriere nach Leverkusen
Ein Jahr nach seinem Wechsel von Bayer zum FC Chelsea gewann der Offensiv-Star aus der Leverkusener Jugend mit dem Londoner Klub die Champions League. Im Finale gegen Manchester City erzielte Havertz den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg. Diese Erfolge unterstreichen seine Entwicklung zu einem Weltklasse-Spieler.
Ob der 26-Jährige irgendwann wieder für Leverkusen auflaufen wird, bleibt zwar ungewiss. Doch sicher ist: Bei Bayer Leverkusen steht Kai Havertz die Tür immer offen. Die besondere Beziehung zwischen Spieler und Verein könnte dazu führen, dass der Werksklub seine eigene Regel bezüglich Rückkehrern für diesen Ausnahmespieler brechen würde.



