Rummenigge schlägt Alarm: FC Bayern will mächtiger Beraterszene die Stirn bieten
Mit deutlichen Worten hat Karl-Heinz Rummenigge, Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern München, die aktuelle Situation im Fußballgeschäft kritisiert. Nachdem bereits Uli Hoeneß ähnliche Töne angeschlagen hatte, legt nun auch Rummenigge nach und bezeichnet die Beraterszene als „größtes Problem im Fußball“.
Exorbitante Provisionen als Hauptkritikpunkt
Im Interview mit der spanischen Sportzeitung As zeigte sich Rummenigge besorgt über die Entwicklung der letzten Jahre. „Wir sind komplett vom Weg abgekommen“, erklärte der langjährige Bayern-Boss. Konkret kritisierte er die stark gestiegenen Beraterprovisionen: „Im vergangenen Sommer wurden insgesamt 1,347 Milliarden Dollar an Prämien für Berater gezahlt. Vor fünf Jahren waren es 500 Millionen, was schon viel war.“
Rummenigge betonte, dass dieses Geld – anders als Ablösesummen – nicht im Fußballkreislauf bleibe, was dem Sport nachhaltig schade. Beim FC Bayern wolle man dieses Thema nun konsequenter angehen und zu einer gesünderen finanziellen Basis zurückkehren.
Gemeinsame Lösung und rechtliche Optionen
Der Bayern-Funktionär schlug mehrere Maßnahmen vor:
- Umfassende Gespräche zwischen Beratern, Verbänden, Ligen und Vereinen
- Einführung einer Obergrenze für Beraterprovisionen bei fünf Prozent des Jahresgehalts
- Notfalls rechtliche Schritte auf europäischer Ebene
„Zunächst einmal ist der FC Bayern München kein Verein, den Spielerberater so einfach ignorieren können“, machte Rummenigge deutlich. „Wenn wir nicht mehr mit einem Berater zusammenarbeiten wollen, hat das Konsequenzen.“
Politische und rechtliche Hürden
Rummenigge zeigte sich enttäuscht über die bisherigen Entwicklungen auf politischer und rechtlicher Ebene. Deutsche Gerichte hätten eine Obergrenze für Provisionen vorerst gekippt, und auch in Brüssel zeige man sich zurückhaltend, da der freie Wettbewerb bevorzugt werde. „Aber auch in Brüssel sollte man erkennen, dass die Ausgaben im Fußball alle Grenzen überschritten haben“, forderte der Bayern-Aufsichtsrat.
Das langjährige Macher-Duo Rummenigge/Hoeneß sieht den eigenen Verein in Schieflage geraten. Rummenigge erinnerte an die Worte von Franz Beckenbauer: „Erfolg ist entscheidend, muss aber stets auf einer soliden Grundlage stehen.“ Der FC Bayern habe von diesem Weg abgekommen und zu viel in Gehälter und Beraterprovisionen investiert, doch man arbeite bereits an der Korrektur.



