Rummenigge kritisiert Berater-System: 'Ein Rattenrennen am Transfermarkt'
Rummenigge: 'Rattenrennen am Transfermarkt'

Rummenigge warnt vor 'Rattenrennen' im Fußball-Transfergeschäft

Nach der kontroversen Forderung von BVB-Berater Matthias Sammer nach Abschaffung der Spielerberater meldet sich nun Karl-Heinz Rummenigge, Aufsichtsrat des FC Bayern, mit deutlichen Worten zu Wort. Der ehemalige Vorstandschef des Rekordmeisters äußert sich kritisch zum aktuellen System, bezeichnet es jedoch als nicht abschaffbar.

Berater als fester Bestandteil des Geschäfts

„Es macht keinen Sinn, irgendwelche Dinge anzuzetteln und zu sagen: Wir müssen die Berater abschaffen. Das ist für mich eine Nonsens-Geschichte“, stellt Rummenigge im Interview mit der Fifa klar. Stattdessen betont der 70-Jährige: „Man kann sie nicht abschaffen. Sie sind Teil dieses Geschäfts.“

Dennoch sieht Rummenigge dringenden Handlungsbedarf: „Man muss trotzdem mit ihnen in einen Modus Vivendi kommen, der verhindert, was jetzt seit Jahr und Tag der Fall ist.“ Seiner Ansicht nach geraten die Klubs „immer mehr in Abhängigkeiten von Beratern – und der Einfluss auf Spieler ist mittlerweile ungeheuerlich.“

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Milliardensummen und moralische Bedenken

Besonders kritisch betrachtet Rummenigge die finanziellen Dimensionen: „Wir haben bei Transferausgaben mittlerweile Zahlungen an Berater, die sind – ich würde mal sagen – unmoralisch.“ Als Beleg verweist er auf den aktuellen Fifa-Transferreport für 2025, laut dem Berater allein im vergangenen Jahr 1,37 Milliarden Dollar eingenommen haben.

„Dieses Geld ist à fonds perdu – das Geld ist nicht mehr im Kreislauf, sondern es ist weg“, erklärt der Bayern-Aufsichtsrat. „Wir sind alle ein Stück weit, ich nenne es mal verrückt am Transfermarkt. Es ist wie ein Rattenrennen, das da mittlerweile stattfindet.“

Dringender Reformbedarf im Fußball

Rummenigge beschreibt ein System, in dem Klubs „offensichtlich bereit sind, alles zu tun, damit sie am Ende des Tages die Spieler bekommen, die von ihnen verlangt werden.“ Sein Lösungsvorschlag: „Wir brauchen Reformen, weil es in diesem Ausmaß – so wie sich die Dinge finanziell entwickeln – nicht weitergehen kann.“

Der erfahrene Fußballfunktionär fordert einen gemeinsamen Dialog aller Beteiligten: „Ich glaube, wir müssen uns gemeinsam – Fifa, Uefa, Berater, Klubs, Ligen – an den Tisch setzen und ganz offen, ehrlich, aber auch korrekt miteinander sprechen.“

Gesellschaftliche Akzeptanz in Gefahr

Neben den Beraterzahlungen thematisiert Rummenigge auch die exorbitanten Spielergehälter, über die er sich regelmäßig mit Fifa-Präsident Gianni Infantino und Uefa-Präsident Aleksander Ceferin austauscht. Er warnt vor einem Verlust der gesellschaftlichen Akzeptanz: „Das versteht keiner da draußen, der für normales Geld jeden Tag zur Arbeit geht und acht Stunden arbeiten muss.“

Sein abschließender Appell lautet: „Wir müssen aufpassen im Fußball, dass wir die Schraube nicht überdrehen. Wir müssen Lösungen finden, die am Ende des Tages alle bereit sind mitzutragen - um des Spieles willen. Denn man darf eins nicht vergessen: Fußball ist ein Spiel, das Freude machen muss.“

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