Bittere Bank-Premiere für Salah: Droht ein unschönes Ende bei Liverpool?
Salahs Bank-Premiere: Unschönes Ende bei Liverpool?

Bittere Bank-Premiere für Salah: Droht ein unschönes Ende bei Liverpool?

Mohamed Salah erlebte am Mittwochabend eine Premiere, auf die er sicherlich gerne verzichtet hätte. Bei der 0:2-Niederlage des FC Liverpool im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain saß der ägyptische Stürmer erstmals in seiner Karriere bei den Reds über die vollen 90 Minuten auf der Ersatzbank. Diese bittere Erfahrung wirft die Frage auf, ob es nach dieser enttäuschenden Premiere zu einem unschönen Ende seiner Zeit an der Anfield Road kommen könnte.

Historische Bank-Premiere nach 82 Einsätzen

In allen 82 vorherigen Auftritten mit dem FC Liverpool in der Königsklasse hatte Salah stets auf dem Platz gestanden – mindestens als Einwechselspieler. In diesen Partien gelangen ihm beeindruckende 47 Tore und 20 Torvorbereitungen. Das letzte Mal, dass der 33-Jährige in der Champions League über 90 Minuten auf der Bank Platz nehmen musste, datiert bereits vom 5. November 2014. Damals stand er noch im Dienst des FC Chelsea und beobachtete ein 1:1 beim NK Maribor in Slowenien.

Trainer Slot erklärt seine umstrittene Entscheidung

Die Entscheidung von Trainer Arne Slot, auf einen der weltbesten Angreifer und drittbesten Torschützen der Vereinsgeschichte zu verzichten, sorgte für großes Aufsehen. Besonders bemerkenswert war dieser Verzicht, da die Reds ab der 65. Minute mit 0:2 im Rückstand lagen und frischer Wind im Angriff durchaus hätte helfen können.

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Der niederländische Trainer erklärte nach dem Spiel seine Beweggründe: „Ich glaube, in der Schlussphase ging es für uns eher ums Überleben, als dass wir jemals eine Chance gehabt hätten, ein Tor zu erzielen. Das waren 20 bis 25 Minuten, in denen wir nur verteidigt haben, und dann ist es besser, seine Energie für die kommenden Spiele zu sparen.“

Salahs Reaktion und Expertenmeinungen

Während Salah von draußen zusehen musste, wie in der Schlussphase mehrere Spieler eingewechselt wurden, blieb er selbst auf der Bank. Ex-Profi Stuart Pearce kommentierte bei talkSPORT: „Er hat allen Grund, eine schlechte Einstellung zu haben, und trotzdem rennt er da draußen mit der Mannschaft mit. Dafür muss man ihn loben.“

Liverpool-Legende Steven Gerrard versuchte, sich in Salahs Lage zu versetzen: „Er wird frustriert sein. Er wird da sitzen und denken, dass er sich selbst zugetraut hätte, dieses Spiel zu beeinflussen.“

Schweigen und Spekulationen

Nach dem Spiel zeigte Salah seine Verstimmung deutlich. Als das Team des übertragenden Senders TNT ihn für ein Interview ansprechen wollte, winkte er nur ab, schüttelte mit einem leichten Lächeln die Hände und verschwand in den Katakomben. Diese Reaktion löste bei vielen Liverpool-Anhängern Spekulationen aus.

Einige Fans vermuteten:

  • „Er wollte bei TNT wirklich seine Meinung sagen, aber er weiß, dass es jetzt keinen Sinn mehr hat“
  • „Salah wollte Gerrard und McManaman dort offensichtlich nicht sagen, was er von Slot hielt“
  • „Eine traurige Gestalt … Slot hat es geschafft, alle bei Liverpool zu demoralisieren“

Vorgeschichte des angespannten Verhältnisses

Das Verhältnis zwischen Trainer Slot und Salah gilt seit längerem als angespannt. Bereits im Dezember hatte es großen Krach gegeben, als sich der Ägypter öffentlich über seinen Bankplatz beschwert hatte. Damals fühlte er sich „unter den Bus geworfen“ und äußerte „das Gefühl, dass der Verein mich fallen lässt“.

Als Konsequenz strich Slot Salah aus dem Kader für das Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand. Nach einer internen Entschuldigung schienen die Wogen jedoch geglättet. Ende März gab Salah dann bekannt, den FC Liverpool nach neun Jahren im Sommer zu verlassen.

Sorge vor unrühmlichem Abschied

Die Ereignisse am Mittwochabend wecken nun die Sorge, dass es etwa anderthalb Monate vor Salahs geplantem Abschied noch einmal unschön werden könnte. Ein unrühmliches Ende würde dem Unterschiedsspieler, der über Jahre nicht aus dem Liverpooler Spiel wegzudenken war, nicht gerecht werden.

In seiner Zeit an der Anfield Road stand Salah bislang in 436 Partien auf dem Platz und erzielte überragende 255 Tore bei 122 Torvorbereitungen. Seine Erfolgsbilanz umfasst:

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  1. Zwei englische Meisterschaften
  2. Viermalige Auszeichnung als Torschützenkönig
  3. Zweimaliger Gewinn des englischen Ligapokals
  4. Einmaliger Gewinn des FA Cups
  5. Champions-League-Sieg mit Ex-Trainer Jürgen Klopp

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Salah und Liverpool ihren Abschied noch in geordneten Bahnen gestalten können oder ob die jüngsten Ereignisse auf ein unschönes Finale hindeuten.