Werder Bremens Nachwuchs-Hoffnung: Salim Musah nach Tor-Premiere im Aufwind
Die Situation im Angriff von Werder Bremen hat sich vor dem entscheidenden Abstiegskrimi in Köln überraschend positiv entwickelt. Trainer Daniel Thioune (51) hat plötzlich mehr Optionen zur Verfügung als erwartet. Der sprintstarke Justin Njinmah (25) hat seine Oberschenkel-Probleme überwunden und mischte bereits am Freitag wieder im Training mit. „Er wird eine Option sein“, bestätigte Bremens Coach, der jedoch noch eine weitere interessante Idee verfolgt.
Musahs steiler Aufstieg: Vom U23-Spieler zum Bundesliga-Torschützen
Im Mittelpunkt steht U23-Stürmer Salim Musah (20), der zuletzt gegen RB Leipzig (1:2) in der Nachspielzeit sein erstes Bundesliga-Tor erzielte. Bei allen seinen drei bisherigen Kurzeinsätzen machte das Werder-Eigengewächs eine überzeugende Figur. Thioune äußerte sich deutlich: „Salim Musah ist ein Startelf-Kandidat. Das hat er sich verdient. Nicht nur durch die letzte Woche, sondern auch durch seinen Auftritt in Wolfsburg.“
Der junge Stürmer scheint den Trubel nach seiner Tor-Premiere gut verarbeitet zu haben und setzt seine Eigenwerbung fort. Thioune analysiert: „Mit dieser Joker-Rolle kann er sehr gut leben. Aber er will und er zieht dran.“ Dennoch bleibt auch die Alternative mit dem erfahreneren Njinmah im Sturmzentrum denkbar.
Personalsorgen bei Werder: Fragezeichen hinter mehreren Spielern
Während Musah auf dem Vormarsch ist, stehen hinter anderen Werder-Spielern große Fragezeichen. Serbe Jovan Milosevic kann zwar nach Rücken-Problemen gegen RB Leipzig als Joker spielen, doch seine Einsatzdauer ist ungewiss. Thioune erklärt: „Jovan ist wieder im Training, hat aber einiges an Trainingsrückstand. Es war nicht möglich, seine Kondition zu erhalten. Er war nach dem Leipzig-Spiel sehr müde. Vielleicht braucht er noch mehr Einheiten, um Startelf-Kandidat zu sein.“
Im Mittelfeld bereitet Jens Stage mit muskulären Problemen Sorgen. Im Freitagstraining fehlte er ebenso wie die Innenverteidiger Stark (Wade) und Coulibaly (Infekt). Thioune über Stage: „Wir müssen Chance und Risiko abwägen. Das Risiko wäre mir zu groß, ihn einmal einzusetzen und ihn dann in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung zu haben.“
Mögliche Aufstellung für das Köln-Spiel
Vor diesem Hintergrund könnte Werder Bremen am Sonntag in Köln mit folgender Formation antreten:
- Tor: Backhaus
- Abwehr: Agu, Pieper, Friedl, Deman
- Mittelfeld: Lynen – Bittencourt, Schmid
- Angriff: Njinmah, Mbangula – Musah
Die Entscheidung, ob Thioune auf die Erfahrung von Njinmah oder die Frische und Motivation des aufstrebenden Musah setzt, wird erst kurz vor Spielbeginn fallen. Eines steht jedoch fest: Das Werder-Eigengewächs hat sich mit seiner Tor-Premiere und überzeugenden Kurzeinsätzen eine ernsthafte Chance auf einen Startelf-Platz erarbeitet.



