Sané als ewige Reizfigur: Nagelsmann fordert Einheit und verteidigt seinen Offensivstar
Sané ausgepfiffen: Nagelsmann fordert Einheit für DFB-Team

Die ewige Reizfigur Sané: Nagelsmann fordert Einheit und verteidigt seinen Offensivstar

Der Offensivstar der deutschen Nationalmannschaft, Leroy Sané, wird von den Fans in Stuttgart ausgepfiffen, während seine Kollegen und Bundestrainer Julian Nagelsmann ihn entschlossen verteidigen. "Es ist wichtig, dass wir eine Einheit werden", betont Nagelsmann im Hinblick auf die anstehende WM in Amerika.

Eindeutige Reaktion der Stuttgarter Fans

Als Leroy Sané beim Testspiel gegen Ghana am Montagabend in der 78. Minute eingewechselt wurde, hallten laute Pfiffe durch das Stadion. Diese galten in der überwiegenden Mehrzahl nicht dem ebenfalls eingewechselten Ex-VfB-Stürmer Nick Woltemade, sondern eindeutig Sané. Der 30-Jährige, seit Jahren eine kontroverse Figur im deutschen Fußball, steht bei einem Teil der Anhänger schwer im Kurs.

Die öffentliche Diskussion um den früheren Bayern-Star, der bei Galatasaray seinen Stammplatz verloren hat und auch in der Nationalmannschaft nicht konstant auf Top-Niveau spielt, beeinflusst spürbar die Stimmung rund um das DFB-Team. Dass Bundestrainer Julian Nagelsmann weiterhin auf Sané setzt, sorgt bei vielen Experten und Zuschauern für Unverständnis.

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Nagelsmanns deutliche Worte und die Verteidigung der Teamkollegen

"Ihn auszupfeifen, bevor er die erste Aktion hat, finde ich nicht super fair. Aber du wirst nicht immer allen gerecht werden", sagte Nagelsmann nach dem Spiel. Der Bundestrainer vermied jedoch noch schärfere Kritik an den Fans: "Ich habe einmal etwas zu den Fans gesagt, da habe ich einen Shitstorm kassiert. Generell finde ich es nicht schön, wenn unsere Spieler ausgepfiffen werden. Wenn unsere Spieler den Adler auf der Brust tragen, dann sollten wir sie alle so lange unterstützen, wie sie den Adler auf der Brust tragen."

Diese Haltung teilten auch Sanés Teamkollegen. Siegtorschütze Deniz Undav nutzte sein ARD-Interview für einen emotionalen Appell: "Ich fand es, wie gesagt, schön von den Fans, wie sie mich bejubelt haben. Danke noch mal dafür. Aber ich hoffe und ich bitte da jeden Fan, dass, wenn Leroy beim nächsten Mal reinkommt oder ein anderer Spieler, dass man da nicht buht. Egal was ein Spieler macht oder wie er ist – man sollte hinter der Mannschaft stehen."

Undav betonte weiter: "Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft und mit den Fans zusammen eine Einheit werden. Und ich hoffe, dass es beim nächsten Spiel oder beim Turnier dann nicht mehr so sein wird. Leroy gehört genauso zu uns wie jeder andere hier im Staff. Ich hoffe, beim nächsten Mal supporten sie ihn auch."

Nübels klare Kritik und Sanés Leistung auf dem Platz

Noch deutlicher wurde Torhüter Alexander Nübel, der die Pfiffe gegen Sané als "absoluten Schwachsinn" bezeichnete. "Ich weiß nicht, was das soll. Wir wollen als Nation zusammen nach Amerika fahren, eine WM spielen – und nicht getrennt", so Nübel.

Was man allerdings auch festhalten muss: Bundestrainer Nagelsmann hatte die Debatte um Sané einst selbst befeuert. Im November sagte er über den Offensivstar, dass es "nicht mehr unzählige Chancen gibt, sich auf Nationalmannschaftsebene zu beweisen, zumindest unter meiner Führung."

Anschließend erzielte Sané beim 6:0 gegen die Slowakei zum Abschluss der WM-Qualifikation zwei Tore. Und auch gegen Ghana spielte Sané ordentlich, nach seinem schwächeren Auftritt beim 4:3 in der Schweiz bereitete er Undavs 2:1 per Kopfball vor. "Da haben die Fans dann gejubelt", kommentierte Nagelsmann diese Aktion. "Ich finde schon, wenn wir anfangen, uns gegenseitig zu zerfleischen in Anführungszeichen, wird es garantiert nicht besser. Das ist in meinen Augen der falsche Weg."

Der Druck auf Sané und die Perspektive für die WM

Gleichzeitig muss Sané sein riesiges Potenzial, speziell im Dribbling, in Zukunft häufiger abrufen. Sonst laufen ihm junge Spieler wie Lennart Karl den Rang ab. Kapitän Joshua Kimmich äußerte sich unterstützend über seinen früheren Münchner Kollegen: "Leroy ist einer, der überhaupt nicht egoistisch ist. Deswegen wird ihm diese Sichtweise von außen auch nicht immer gerecht. Aber trotzdem kennt er auch meinen Anspruch an ihn, den Anspruch des Teams an ihn. Und wenn er so reinkommt wie heute, dann sind wir damit zufrieden."

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Die entscheidende Frage bleibt: Spielt Sané wie in Stuttgart, wird er die Fans wieder auf seine Seite ziehen – und im deutschen WM-Kader stehen? Nagelsmann gibt eine klare Antwort: "Am Ende hängt es davon ab, was er die nächsten acht Wochen macht." Das bedeutet konkret: Sané braucht jetzt viele starke Auftritte bei Galatasaray, um sich für die Weltmeisterschaft zu empfehlen und die kritischen Stimmen endgültig zum Verstummen zu bringen.