Der SC Freiburg hat Geschichte geschrieben: Erstmals in der Vereinsgeschichte steht der Club in einem Europapokal-Endspiel. Die Badener gewannen das Halbfinal-Rückspiel der Europa League gegen Sporting Braga mit 3:1 (2:0) und drehten damit den 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel. Das Finale am 20. Mai in Istanbul ist die größte Partie der Clubhistorie.
Früher Platzverweis ebnet den Weg
Vor 33.700 Zuschauern im ausverkauften Europa-Park Stadion erwischten die Freiburger einen Traumstart. Bereits in der siebten Minute sah Bragas Mario Dorgeles die Rote Karte, nachdem er Niklas Beste auf dem Weg zum Tor gefoult hatte. Schiedsrichter Davide Massa zögerte nicht und zeigte dem Hinspiel-Helden, der Freiburg vor einer Woche mit einem Last-Minute-Tor geschockt hatte, die Rote Karte.
In Überzahl dominierten die Gastgeber die Partie. Sie hatten mehr als 70 Prozent Ballbesitz und drängten die Portugiesen in die Defensive. Der Führungstreffer fiel in der 19. Minute durch Lukas Kübler, der nach einer verunglückten Kopfballabwehr der Gäste den Ball an den Innenpfosten und ins Tor beförderte.
Manzambi mit Traumtor
Fünf Minuten vor der Pause legte Mittelfeld-Juwel Johan Manzambi nach. Der 20-Jährige, der für den verletzten Yuito Suzuki auf der Zehner-Position spielte, traf mit einem herrlichen Schlenzer aus 20 Metern zum 2:0. Es war sein fünftes Tor in der laufenden Europa-League-Saison.
Braga hatte kurz vor der Halbzeit noch die Chance zum Anschluss, aber Victor Gomez traf nur den Pfosten, und beim Nachschuss von Rodrigo Zalazar rettete Philipp Treu auf der Linie.
Freiburg drückt auf die Entscheidung
Nach der Pause machten die Freiburger sofort Druck. Vincenzo Grifo traf den Pfosten (47.), Matthias Ginter (49.) und Manzambi (52.) vergaben weitere Chancen. Auch Braga wurde offensiver, doch Joao Moutinho verzog knapp (69.), und Gäste-Keeper Lukas Hornicek parierte zweimal stark (70.).
In der 72. Minute köpfte Außenverteidiger Kübler nach einer Ecke zum 3:0 ein – sein zweiter Treffer an diesem Abend. Pau Victor verkürzte per Kopf auf 3:1 (79.), doch die Freiburger brachten den Vorsprung ins Ziel. Anders als vor zwei Wochen im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfB Stuttgart, als sie in der Schlussphase noch den Finaleinzug verspielten, ließen sie sich diesmal nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.
Größtes Spiel der Vereinsgeschichte
Trainer Julian Schuster zeigte sich nach dem Abpfiff emotional: „Das ist ein unglaublicher Moment für den gesamten Verein. Die Mannschaft hat eine fantastische Leistung gezeigt und sich diesen Finaleinzug verdient.“ Im Endspiel in Istanbul trifft der SC Freiburg auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Manchester United und Athletic Bilbao.



