Schachlegende Jan Timman gestorben: Der »Best of the West« und seine unkonventionelle Karriere
Schachlegende Jan Timman gestorben: Der »Best of the West«

Schachlegende Jan Timman gestorben: Der »Best of the West« und seine unkonventionelle Karriere

Der niederländische Schachgroßmeister Jan Timman, der als »The Best of the West« berühmt wurde, ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Dies teilte der niederländische Schachverband mit. Timman galt als einer der stärksten nicht-sowjetischen Spieler seiner Generation und erreichte sogar einen Weltmeisterschaftskampf.

Ein Schach-Hippie mit kreativem Stil

Jan Timman wurde 1951 in Amsterdam geboren und lernte mit acht Jahren Schach. Statt eines konventionellen Lebenswegs wählte er den unkonventionellen Pfad des Schachspielers. Er verweigerte den Wehrdienst, was ihm eineinhalb Wochen Straflager einbrachte, und lebte genügsam vom Schach. Mit seiner langen Mähne, oft einer Zigarette in der Hand und einem furchtlosen Spiel am Brett verkörperte er den Schach-Bohème.

Der Weltschachverband Fide würdigte Timman auf Instagram als Spieler, der für seinen kreativen Stil, sein tiefgreifendes strategisches Verständnis und seinen Kampfgeist bewundert wurde. Großmeister Peter Heine Nielsen, Trainer von Magnus Carlsen, betonte, dass Timman den Schachsport sowohl am als auch abseits des Brettes durch sein vielseitiges Spiel, seine Persönlichkeit und seine Texte bereicherte.

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Aufstieg zur Weltspitze und WM-Kampf

Timman etablierte sich in den 1970er und 1980er Jahren in der Weltspitze. 1974 wurde er Großmeister und gewann insgesamt neunmal die niederländische Meisterschaft. 1982 stand er hinter Anatoli Karpow auf dem zweiten Platz der Weltrangliste. Sein größter Karrierehöhepunkt war der Weltmeisterschaftskampf 1993 gegen Karpow, den er mit 8,5 zu 12,5 verlor, nachdem Garri Kasparow aus der Fide ausgetreten war.

Judit Polgár, die beste Schachspielerin der Geschichte, respektierte Timman stets für seine künstlerische Vision im Schach. Trotz seiner Erfolge bedauerte Timman später, nie Weltmeister geworden zu sein, betonte aber, dass er dafür seinen unkonventionellen Lebensstil hätte aufgeben müssen.

Ein Leben als Schach-Nomade

Timman führte ein Hippie-Leben, reiste von Turnier zu Turnier und genoss die Freiheit. In einem Interview mit der Zeitung NRC im Jahr 2023 sagte er: "Heute würde ich Schach nicht mehr als Beruf wählen. Die sitzen nur den ganzen Tag vor dem Computer. Es ist nicht mehr so, dass man herumreist und ein lustiges Leben führt, wie ich es getan habe." Nach seinem Rückzug aus der Weltspitze übte er großen Einfluss als Chefredakteur des Fachmagazins »New in Chess« und als Autor von Schachbüchern aus.

Sein Vermächtnis bleibt in der Schachwelt lebendig, nicht nur durch seine Spielstärke, sondern auch durch seine unverwechselbare Persönlichkeit und seinen Beitrag zur Schachkultur.

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