Schalke in der Dzeko-Abhängigkeit: Drei Wochen nach Transfer-Knaller
Seit dem 22. Januar steht die Welt des FC Schalke Kopf. An diesem Donnerstag unterschrieb Sturm-Star Edin Dzeko (39) seinen Vertrag bei den Königsblauen – der größte Transfer-Knaller der 2. Bundesliga war perfekt. Cheftrainer Miron Muslic (43) hatte endlich sein Wunschprofil für den Angriff gefunden, und beim Herbstmeister schien alles angerichtet, um die inoffiziellen Aufstiegsambitionen doppelt und dreifach zu unterstreichen.
Die unangenehme Wahrheit nach drei Wochen
Doch drei Wochen später deutet sich eine unangenehme Wahrheit an: Königsblau hängt am Dzeko-Tropf! Bereits bei der Aufholjagd gegen Kaiserslautern (2:2) zeigte der Bosnier mit seinem Debüttreffer, was in ihm steckt. Binnen Minuten demonstrierte er der zuvor dominanten Lautern-Defensive ihre Grenzen.
In Bochum (0:2) funktionierte Muslics Umstellung auf eine Viererkette überhaupt nicht. Dzeko kam zur Pause, sorgte für Unruhe, und mit ihm auf dem Feld erzielte der Pottklub immerhin zwei (aberkannte) Treffer. Bei seiner Startelfpremiere gegen Dresden (2:2) knipste sich der bosnische Nationalheld (146 Länderspiele) mit 39 Jahren und 327 Tagen zum ältesten Doppelpacker im deutschen Profifußball.
Ernüchternde Zahlen für die Schalke-Offensive
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Dzeko schoss in überschaubaren 139 Minuten Spielzeit 3 Treffer und ist damit – neben Innenverteidiger Hasan Kurucay (28) – drittbester Torjäger des Teams. Deutlicher kann man seine Qualität auch im fortgeschrittenen Fußballalter nicht unter Beweis stellen.
Allerdings: Nach Dzekos Auswechslung und der Umstellung auf die Dreier- bzw. Fünferkette kassierte Schalke gegen Dresden zwei späte Nackenschläge. Die Alternativen im Angriff halten sich vornehm zurück:
- Christian Gomis (25) traf einzig am 17. Oktober in Hannover (3:0)
- „Rückkehrer“ Moussa Sylla (25) immerhin eine Woche später gegen Darmstadt (1:0)
Drohender Absturz von Aufstiegsplatz
Der FC Schalke muss schleunigst den Dzeko-Boost vollumfänglich ausnutzen. Sonst droht Königsblau am Sonntag in Kiel (13.30 Uhr/Sky) erstmals seit dem 7. Spieltag von einem direkten Aufstiegsplatz abzurutschen. Die Abhängigkeit vom erfahrenen Stürmer wird zum zentralen Thema in Gelsenkirchen.
Die ersten drei Wochen mit Edin Dzeko haben gezeigt: Seine individuelle Klasse ist unbestritten, doch das Team muss lernen, auch ohne seine permanente Präsenz auf dem Feld zu bestehen. Die Aufstiegsambitionen hängen nicht nur am Dzeko-Tropf, sondern an der gesamten Mannschaftsleistung.



