Pfiffe für Schlotterbeck: BVB-Fans zeigen Unmut über Vertragsverlängerung
Eigentlich sollte die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck beim BVB ein Grund zur Freude sein. Doch die Realität sieht anders aus: Pfiffe und Unmut prägen die Stimmung unter den schwarz-gelben Anhängern. Vor allem das lange Zögern sowie die Umstände der Verlängerung – inklusive einer Ausstiegsklausel ab diesem Sommer – sorgen für erheblichen Frust bei den Dortmund-Fans.
Experten warnen vor Parallelen zum Fall Waldemar Anton
Dem Innenverteidiger droht nun sogar das Schicksal seines ehemaligen Teamkollegen Waldemar Anton. Denn ein bestimmter Satz aus Schlotterbecks Verlängerungserklärung könnte ihm noch auf die Füße fallen. Darüber diskutieren SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer und BVB-Reporter Oliver Müller in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.
Fußballfunktionär Fredi Bobic, aktuell bei Legia Warschau, zog im SPORT1-Doppelpass einen interessanten Vergleich: „Auch der BVB hat das schon genutzt. Mit Waldemar Anton vom VfB Stuttgart und dann zwei, drei Monate später war er beim BVB. Und die VfB-Verantwortlichen waren trotzdem am Ende glücklich, dass sie den Vertrag verlängert hatten, weil sie mehr Geld bekommen haben“, so der ehemalige Profi.
Der problematische Satz in Schlotterbecks Erklärung
Schlotterbeck erklärte im Zuge seiner Verlängerung: „Die Verantwortlichen haben mir einen guten Plan aufgezeigt und ich weiß, was ich an dem Verein habe. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit Borussia Dortmund Titel zu gewinnen.“ Gerade dieser letzte Satz lässt die Dortmunder Fans aufhorchen.
„Wenn es wirklich sein Ziel ist, mit dem BVB Titel zu gewinnen, kann er den Verein im Sommer eigentlich gar nicht verlassen“, meint Oliver Müller. Manfred Sedlbauer ergänzt: „Sonst blüht ihm das Anton-Schicksal.“
BVB hält Verlängerung mediale zurück
Auffällig ist zudem, dass der BVB die Vertragsverlängerung von Schlotterbeck medial über seine vereinsinternen Kanäle nicht so stark ausschlachtet, wie es üblicherweise der Fall wäre. „Ich sehe relativ wenig Content. Und auch das eigentlich obligatorische Foto mit den Verantwortlichen und Schlotterbeck sowie dem Trikot mit der Zahl 2031 fehlt“, bemerkt Sedlbauer.
Für die beiden Podcaster ist das ein weiterer Hinweis darauf, dass im Verein kaum jemand fest davon ausgeht, dass der Vertrag vollständig erfüllt wird. Sollte Schlotterbeck allerdings schon nach der WM den Abgang wagen, dürfte ihm eine ähnliche Reaktion drohen wie einst seinem Innenverteidiger-Kollegen Waldemar Anton.
Die Geschichte von Waldemar Anton
Im Januar 2024 verlängerte Waldemar Anton seinen Vertrag in Stuttgart vorzeitig bis 2027 mit den Worten: „Ich spüre jeden Tag das Vertrauen des VfB. Wir sind auf einer Wellenlänge, es stimmt für mich hier einfach sehr vieles, ich fühle mich wohl und bin deshalb sehr glücklich über die Vertragsverlängerung.“
Nicht einmal ein halbes Jahr später wechselte er zum BVB und betonte: „Ich freue mich riesig auf mein erstes Spiel im Signal Iduna Park, die Fans und meine Mitspieler.“ Für die Stuttgart-Fans ist er bis heute – vor allem wegen seines gebrochenen Bekenntnisses – eine „Persona non grata“.
Oliver Müller stellt fest: „Diese beiden Situationen sind tatsächlich vergleichbar. Mit dem einen, aber eben feinen Unterschied, dass Anton die Pfiffe nach seinem Wechsel erhielt und Schlotterbeck schon jetzt, obwohl er noch gar nicht weg ist. Im Gegenteil: Obwohl er verlängert.“



