US-Politiker verlangt von FIFA die Finanzierung der WM-Nahverkehrskosten
Ein prominenter US-amerikanischer Politiker hat den Fußball-Weltverband FIFA in einer deutlichen Stellungnahme aufgefordert, die Kosten für den öffentlichen Personennahverkehr in den Austragungsregionen der Weltmeisterschaft 2026 vollständig zu übernehmen. Chuck Schumer, der Minderheitsführer der Demokraten im Senat der Vereinigten Staaten, reagierte damit auf aktuelle Berichte über exorbitante Preiserhöhungen im Bundesstaat New Jersey, die Pendler und Fans massiv belasten würden.
Drastische Preiserhöhungen für Zugfahrten zu WM-Spielen
Laut Informationen des Portals The Athletic plant der Verkehrsbetrieb New Jersey Transit, für Fahrten von der Penn Station in Manhattan zum MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, mehr als einhundert US-Dollar zu verlangen. Diese Summe stellt einen massiven Anstieg dar, denn normalerweise kostet eine Hin- und Rückfahrkarte für die neunundzwanzig Kilometer lange Zugverbindung lediglich zwölf Dollar und neunzig Cent. Das MetLife Stadium ist einer der zentralen Spielorte der WM 2026 und wird unter anderem das Finale am neunzehnten Juli beherbergen. Die deutsche Nationalmannschaft wird dort mindestens ein Spiel in der Vorrundengruppe E bestreiten, nämlich am fünfundzwanzigsten Juni gegen Ecuador.
„Die FIFA wird bei dieser Weltmeisterschaft fast elf Milliarden Dollar einnehmen, doch Pendler und Anwohner in der Region New York sollen die Rechnung bezahlen“, kritisierte Schumer in einem Beitrag auf der Plattform X. Es sei das absolute Minimum, dass der Weltfußballverband sicherstelle, dass Fans ohne überhöhte Preise zu den Stadien gelangen könnten. „Ich fordere die FIFA nachdrücklich auf, die Transportkosten für die Austragungsstädte und -staaten zu übernehmen“, so der Senator weiter.
Kritik auch von Gouverneurin Hochul und Probleme in Boston
Nicht nur Chuck Schumer äußerte sich besorgt über die geplanten Fahrpreise. Auch Kathy Hochul, die Gouverneurin des Bundesstaates New York, übte scharfe Kritik. Die Weltmeisterschaft müsse „so erschwinglich und zugänglich wie möglich“ sein, schrieb sie auf X. Ein Ticketpreis von über einhundert Dollar für eine kurze Zugfahrt erscheine ihr „furchtbar hoch“ und stelle eine unangemessene Belastung für die Bevölkerung dar.
Der Verkehrsbetrieb New Jersey Transit wollte sich auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu den konkreten Plänen äußern. Laut The Athletic sei die endgültige Entscheidung über die Preise noch nicht gefallen, wie ein Sprecher der Verkehrsgesellschaft mitteilte. Die Gesamtkosten für die Verbindungen zu den acht Spielen im MetLife Stadium, inklusive des Finales, sollen sich Schätzungen zufolge auf rund achtundvierzig Millionen US-Dollar belaufen.
Auch in anderen Austragungsregionen sorgt das Thema Transportkosten für erhebliche Diskussionen. Anfang des Monats hatte der Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs in Boston und Umgebung mitgeteilt, dass der Fahrkartenpreis für NFL-Spiele der New England Patriots von zwanzig US-Dollar bei der WM auf achtzig Dollar steigen werde. Ein Sitzplatz im Shuttlebus zum etwa dreiundvierzig Kilometer entfernten WM-Stadion in Foxborough soll sogar fünfundneunzig Dollar für die Hin- und Rückfahrt kosten. Diese Entwicklungen unterstreichen die Dringlichkeit der Forderungen von Politikern wie Chuck Schumer, die eine finanzielle Beteiligung der FIFA an den Nahverkehrskosten fordern, um die Zugänglichkeit der Spiele für alle Fans zu gewährleisten.



