Afrika-Cup-Titel aberkannt: Senegal zieht vor den Internationalen Sportgerichtshof
Der senegalesische Fußballverband hat nach der Aberkennung des Afrika-Cup-Titels durch den afrikanischen Fußballverband (CAF) angekündigt, vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne zu ziehen. In einer offiziellen Stellungnahme in der Nacht zum Mittwoch verurteilte der Verband die Entscheidung als "ungerecht, beispiellos und inakzeptabel" und kritisierte, dass sie den afrikanischen Fußball in Verruf bringe.
Chaotisches Finale führt zur Titel-Aberkennung
Hintergrund der kontroversen Entscheidung ist das Finale des Afrika-Cups 2025 am 18. Januar in Rabat, das von Tumulten überschattet war. Nach einem späten Elfmeterpfiff für Marokko verließen senegalesische Spieler aus Protest den Platz, was zu einer längeren Unterbrechung führte. Trotz des anschließenden Weiterpfeifens und des 1:0-Siegs von Senegal durch ein Tor von Pape Gueye in der 94. Minute wertete die CAF das Verhalten der senegalesischen Mannschaft nun als Regelverstoß.
Die CAF-Berufungskommission entschied, dass das Finale gemäß Artikel 84 des Wettbewerbsreglements für Senegal als verloren gilt und mit einem 3:0-Sieg für Marokko gewertet wird. "Diese Maßnahme soll nicht die sportliche Leistung infrage stellen, sondern lediglich die Anwendung der Wettbewerbsbestimmungen fordern", erklärte der marokkanische Verband, der bereits kurz nach dem Spiel rechtliche Schritte angekündigt hatte.
Senegal kündigt rechtliche Schritte an
Der senegalesische Fußballverband reagierte umgehend auf die Titel-Aberkennung und kündigte an, "so bald wie möglich Einspruch beim CAS einzulegen". Die Mannschaft um Bayern-Profi Nicolas Jackson und Topstar Sadio Mané hatte mit dem Sieg eigentlich den zweiten Afrika-Cup-Titel nach 2022 gefeiert, doch dieser Triumph verliert durch die nachträgliche Wertung seine Gültigkeit.
Stattdessen wird Marokko nun erstmals seit 1976 wieder als Afrikameister geführt. Die Entscheidung der CAF basiert auf den Artikeln 82 und 84 des Reglements, die das Verhalten der senegalesischen Spieler vor dem vergebenen Elfmeter von Brahim Diaz als regelwidrig einstuften.
Weitere Tumulte im Finale
Neben dem Platzverlassen der Spieler drohte das Finale auch aufgrund von Chaos auf den Tribünen abgebrochen zu werden. Senegalesische Fans versuchten, auf den Platz zu stürmen, wurden jedoch von Sicherheitskräften daran gehindert. Diese zusätzlichen Unruhen trugen zur angespannten Atmosphäre bei, die letztlich zur Neuauswertung des Spiels führte.
Die Ankündigung Senegals, vor den CAS zu ziehen, markiert einen weiteren Höhepunkt in der bereits lang anhaltenden Kontroverse um das Finale. Experten erwarten nun ein aufwendiges Rechtsverfahren, das die endgültige Entscheidung über den Afrika-Cup-Titel 2025 noch weiter verzögern könnte.



