Senegals Fußball-Verband zeigt sich zutiefst bestürzt über Hafturteile
Der senegalesische Fußball-Verband hat mit großer Betroffenheit auf die Verurteilung von 18 Fans zu Haftstrafen reagiert. Diese Entscheidung eines marokkanischen Gerichts folgte rund einen Monat nach den chaotischen Szenen beim Afrika-Cup-Finale am 18. Januar. Die Strafen liegen zwischen drei und zwölf Monaten Haft.
„Unfassbar harte Entscheidung“ löst Empörung aus
Bacary Cisse, Präsident des Kommunikationsausschusses des Verbandes, äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP entsetzt: „Wir sind zutiefst bestürzt und betroffen über das Urteil.“ Er bezeichnete die richterliche Entscheidung als „unfassbar hart“ und betonte, dass sie „weitreichende Empörung ausgelöst“ habe. Die marokkanische Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich sogar Haftstrafen von bis zu zwei Jahren ohne Bewährung gefordert.
Vorwürfe des Hooliganismus und Platzsturm
Die marokkanischen Behörden hatten die senegalesischen Anhänger des Hooliganismus beschuldigt. Beim 1:0-Sieg des Senegal nach Verlängerung war es in der Schlussphase der regulären Spielzeit zu Ausschreitungen gekommen, bei denen Fans versuchten, den Platz zu stürmen. Die Anklage umfasste mehrere Vorwürfe:
- Gewalt gegen Ordnungskräfte
- Beschädigung der Stadioneinrichtung
- Werfen von Gegenständen
Kritik an vermeintlicher Ungleichbehandlung
Cisse wies darauf hin, dass ähnliche Auseinandersetzungen in Stadien weltweit, „darunter jedes Wochenende in Marokko“, regelmäßig vorkämen, ohne dass es zu solch drastischen Sanktionen komme. „Die Behandlung der Anhänger erscheint daher unverhältnismäßig“, so seine Kritik. Diese Position unterstreicht die Wahrnehmung einer möglichen Ungleichbehandlung im internationalen Fußballkontext.
Das Urteil wird vom senegalesischen Verband als „harte Entscheidung“ und „unverhältnismäßig“ bewertet. Die Reaktion zeigt die emotionalen und rechtlichen Spannungen, die nach großen Sportveranstaltungen entstehen können, insbesondere wenn es um die Behandlung von Fans geht. Die Diskussion über angemessene Strafmaßnahmen bei Fußballkrawallen dürfte durch diesen Fall weiter an Fahrt gewinnen.



