Herthas Sessa analysiert gescheiterte Bundesliga-Mission: Verletzungspech und fehlende Konstanz als Hauptgründe
Mittelfeldspieler Kevin Sessa hat in einem ausführlichen Interview mit dem „Kicker“ die zentralen Ursachen für den quasi verspielten Aufstieg von Hertha BSC in die Bundesliga benannt. Der 25-Jährige sieht vor allem Verletzungsprobleme und mangelnde Beständigkeit als entscheidende Faktoren für die enttäuschende Saisonbilanz.
„Unser Puzzle war nie komplett zusammengesetzt“
„Wir verfügen über einen wirklich hochwertigen und starken Kader“, erklärte Sessa, „aber mindestens ein entscheidendes Puzzle-Teil hat aufgrund von Verletzungen praktisch in jeder Phase gefehlt. Unser Team-Puzzle war nie vollständig zusammengesetzt.“ Der Spieler betonte zwar die vorhandene Qualität und Stärke für ein Mitmischen in der oberen Tabellenhälfte, kritisierte jedoch deutlich: „Uns hat vor allem die notwendige Konstanz über einen längeren Zeitraum gefehlt. Wir haben einfach zu viele Punkte liegen lassen, die wir eigentlich hätten holen müssen.“
Bessere Leistungen nach Aufstiegs-Abschreibung
Interessanterweise läuft es für die Berliner Mannschaft deutlich besser, seit Trainer Stefan Leitl den Aufstieg offiziell abgehakt hat. Vor dem 28. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga liegen die Hauptstädter zwar sieben Punkte hinter dem begehrten Relegationsplatz drei, doch der Club gewann drei seiner letzten vier Begegnungen. Sessa mutmaßt über diese Entwicklung: „Vielleicht hat sich vor dieser Phase der eine oder andere Spieler zu viele Gedanken gemacht. Vielleicht hat der Aufstiegsdruck bei einigen im Kopf bestimmte Blockaden ausgelöst. Wenn dieser mentale Druck wegfällt, spielt man sicherlich befreiter, ruhiger und mit mehr Selbstvertrauen.“
Persönliche Entwicklung und Zukunftsperspektiven
Zuletzt lief es auch für Kevin Sessa persönlich deutlich besser – viermal in Folge stand der Mittelfeldakteur in der Startformation von Hertha BSC. Diese Entwicklung wurde teilweise durch die verletzungsbedingte Abwesenheit des Jungstars Kennet Eichhorn begünstigt. Bezüglich seiner eigenen Zukunft machte Sessa eindeutige Aussagen: Sein Vertrag bei den Berlinern läuft noch bis zum Sommer 2027, und über einen vorzeitigen Wechsel im kommenden Sommer denkt der Hertha-Profi offenbar nicht nach. „Ich habe aktuell keinerlei andere Gedanken in meinem Kopf. Ich bin hier bei Hertha BSC noch lange nicht fertig und möchte meinen Beitrag leisten“, bekräftigte der 25-Jährige entschieden.
Die Analyse des Mittelfeldspielers unterstreicht, dass trotz individueller Klasse und Mannschaftsstärke oft äußere Faktoren wie Verletzungspech und psychologische Aspekte über sportlichen Erfolg oder Misserfolg entscheiden können. Hertha BSC muss nun die verbleibenden Saisonspiele nutzen, um eine solide Basis für die kommende Spielzeit zu schaffen.



