Spielerberater Neblung weist Hoeneß-Kritik zurück: „Heilloser Populismus“
Spielerberater kontert Hoeneß: „Heilloser Populismus“

Spielerberater kontert Hoeneß-Kritik: „Heilloser Populismus“ und Doppelmoral der Vereine

Uli Hoeneß, der einflussreiche Patron des FC Bayern München, geht in der aktuellen Debatte hart mit Spielerberatern ins Gericht. Jörg Neblung, ein erfahrener Spielervermittler, der unter anderem den Fußball-Torhüter Stefan Ortega vertritt, weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Stattdessen übt er scharfe Kritik an den Fußballvereinen selbst und bezeichnet die Äußerungen von Hoeneß als „platt“ und „heillosen Populismus“.

Neblung: „Die Bayern werden immer zornig, wenn sie ihren Willen nicht kriegen“

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erklärte der 58-jährige Neblung: „Die Bayern werden immer zornig, wenn sie ihren Willen nicht kriegen. Es wird ja regelmäßig auf die Berater geschimpft. Upamecano kriegt in diesem Fall aber gefühlt nichts ab, obwohl er letztendlich die Entscheidung trifft. Das ist das Lächerliche. Wir haben keine Prokura.“ Damit bezieht er sich auf den zähen Vertragspoker um Dayot Upamecano, der Hoeneß zu seiner Kritik veranlasste.

Neblung betont, dass stets der Spieler die finale Entscheidung treffe, und wirft den Vereinen vor, aktiv einen Keil zwischen Spieler und Berater zu treiben. „Es ist immer der Spieler, der entscheidet, und die Vereine versuchen darüber hinaus auch immer wieder den Keil zwischen dem Spieler und den Agenten zu treiben“, so seine klare Aussage.

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Hoeneß: Bayern wollen „diesen Wahnsinn nicht mitmachen“

Uli Hoeneß hatte im Interview mit der „Bild“-Zeitung angekündigt, die Macht der Berater künftig beschneiden zu wollen. Der 74-Jährige kritisierte, dass der Beitrag der Berater zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung stehe. „Wir werden verstärkt 'Nein' sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen“, erklärte Hoeneß entschlossen. Diese Position findet Unterstützung von anderer Seite: Borussia Dortmunds Club-Berater Matthias Sammer forderte vor wenigen Tagen bei Sky sogar die Abschaffung von Spielerberatern.

Existenzberechtigung der Berater: Marktmechanismen und Vereinsstrategien

Jörg Neblung kontert diese Angriffe mit dem Hinweis auf die klare Existenzberechtigung von Spielerberatern. „Es gibt einen Markt für jeden Spieler und diesen Markt bespielen Vereine und Berater. Wir zeigen dem Spieler auf, welche Alternativen es gibt“, argumentiert er. Seiner Meinung nach folgen die Vereine in erster Linie ihrer eigenen Agenda und tragen selbst maßgeblich dazu bei, dass Berater und Vermittler notwendig sind.

Die Vereine schließen mit sehr jungen Spielern langfristige Verträge ab – oft ohne Ausstiegsklauseln oder ein ausgewogenes Gleichgewicht der Interessen. Neblung führt aus: „Wenn sie nicht funktionieren, werden sie einfach aussortiert. Dies ist ein Spiel der längeren Hebel: mal hat der Spieler, mal der Verein die bessere Position.“ Damit unterstreicht er die asymmetrischen Machtverhältnisse im Profifußball, die Berater als notwendige Interessenvertreter der Spieler erscheinen lassen.

Die Debatte um die Rolle der Spielerberater bleibt somit hochaktuell und emotional aufgeladen. Während Hoeneß und Sammer für eine Eindämmung oder gar Abschaffung plädieren, verteidigen Berater wie Neblung ihre Funktion als unverzichtbare Vermittler in einem komplexen Marktumfeld.

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