Sponsoren-Beben beim 1. FC Magdeburg nach Gewaltexzessen
Der 1. FC Magdeburg steht nach den schweren Ausschreitungen beim Ostderby gegen Dynamo Dresden Ende Januar vor einer ernsten finanziellen Krise. Der Sponsor GeoFly, ein auf Luftbilder spezialisiertes Unternehmen, hat seine Zahlungen an den Zweitligisten mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. In einer deutlichen Stellungnahme auf Facebook kritisierte das Unternehmen die Vereinsführung scharf.
„Worte reichen nicht“ – Sponsor fordert Konsequenzen
„Was fehlt, sind sichtbare Konsequenzen und echte Aufarbeitung. Als Sponsor tragen wir den Club mit und damit auch das, wofür er steht“, erklärte GeoFly. Das Unternehmen wirft dem Verein vor, bisher nur Schadensbegrenzung im Kleinen zu betreiben, statt Führung im Großen zu zeigen. „Solange Verantwortung nicht sichtbar übernommen wird, setzen wir unser Sponsoring aus“, so die klare Botschaft.
Hintergrund sind die massiven Krawalle beim Spiel gegen Dynamo Dresden, bei denen über 70 Polizeibeamte verletzt wurden. Hooligans griffen dabei zu Pflastersteinen, Gehwegplatten, Holz-Aufstellern und sogar einem Gullydeckel. Pyrotechnik wurde von Magdeburger Fans gezündet, was zu weiteren Eskalationen führte.
Skandal-Aufruf zur Beweisvernichtung verschärft Lage
Die Situation verschärfte sich durch einen kontroversen Aufruf der Fanhilfe im Stadionmagazin „Planet MD“. Die Vereinigung riet Ultras zu einem „Frühjahrsputz“ und forderte sie auf, Kleidungsstücke wie Jacken, Handschuhe, Sturmhauben und Schuhe zu entsorgen sowie digital „aufzuräumen“. Konkret sollten Bildergalerien und Chats gelöscht werden, um Beweismaterial zu vernichten. Die Staatsanwaltschaft prüft diesen Fall aktuell.
Weitere Festnahmen und drohende Sponsoren-Abwanderung
Beim Auswärtsspiel auf Schalke am vergangenen Samstag nahm die Polizei fünf weitere Männer im Alter von 19 bis 58 Jahren fest. Sie stehen im Verdacht, an den Dresden-Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte zuvor drastische Forderungen an den FCM gestellt, darunter personalisierte Tickets, flächendeckende Videoüberwachung und lebenslange Stadionverbote für Gewalttäter.
Laut Informationen der „Volksstimme“ denken nun auch andere Sponsoren darüber nach, den Geldhahn zuzudrehen oder haben klare Forderungen an den Verein gestellt. Unter ihnen soll sich auch Avnet befinden, der Namensgeber des FCM-Stadions. Eine Antwort des Vereins auf entsprechende Anfragen liegt bislang nicht vor.
Der 1. FC Magdeburg steht somit nicht nur sportlich unter Druck, sondern muss nun auch die finanzielle Stabilität des Clubs sichern und das Vertrauen seiner Geschäftspartner zurückgewinnen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob weitere Sponsoren folgen und wie der Verein auf die kritische Situation reagiert.



