Spätes Remis in Leipzig: Fábio Silva rettet ungeschlagene Dortmunder Serie
Ein Dortmunder Retter findet sich immer. RB Leipzig sah gegen den BVB bis tief in die Nachspielzeit wie der sichere Sieger aus. Dann kam Fábio Silva und baute die beeindruckende Dortmunder Serie auf 16 ungeschlagene Bundesligapartien in Folge aus. Da half auch Leipzigs Supersprinter Yan Diomande nichts, der mit über 30 Sprints das Spiel dominierte.
Die entscheidende Szene in der Nachspielzeit
Sieben Minuten Nachspielzeit, sieben Minuten, um doch noch den glücklichen Ausgleich zu erzielen. Das Besondere aus Dortmunder Sicht in diesen Wochen und Monaten: Egal wie sie spielen, eine Niederlage scheint einfach nicht möglich. Dafür sorgten drei Einwechselspieler in perfekter Abstimmung. Julian Brandt brachte Karim Adeyemi mit einem präzisen Steilpass in Bewegung, dieser legte quer zum Portugiesen Fábio Silva und der 23-Jährige bugsierte den Ball zum 2:2 über die Linie. Der erste Bundesligatreffer des BVB-Zugangs war gleich ein ganz wichtiger.
Ergebnis: RB Leipzig und Borussia Dortmund haben sich in der Spitzenpartie des 23. Bundesligaspieltags 2:2 (2:0) getrennt. Die Leipziger führten lange Zeit verdient mit zwei Toren von Christoph Baumgartner, doch Dortmund kämpfte sich zurück.
Historische Bilanz des BVB
Seit mehr als 60 Jahren versammeln sich Deutschlands beste Fußballclubs unter dem Dach der Bundesliga. Noch nie hatte dabei nach 22 Spieltagen ein Vertreter eine bessere Bilanz als der BVB in dieser Saison. Das entscheidende Detail: Trotz der starken Leistung ist Dortmund nur Zweiter. Der FC Bayern unter Vincent Kompany sammelt weiter Punkt um Punkt und zieht einsam auf Platz eins seine Kreise.
Um noch eine realistische Meisterchance vor dem Gipfeltreffen mit den Münchnern am kommenden Wochenende zu haben, hätte der BVB in Leipzig gewinnen müssen. Das Remis lässt die Bayern weiterhin auf komfortablem Abstand.
Spielverlauf mit Höhen und Tiefen
Erste Hälfte: Maximilian Beier vergab früh die mögliche Dortmunder Führung. Allein vor Maarten Vandevoordt scheiterte er am belgischen Torhüter der Gastgeber in der 8. Minute. Besser machten es die Leipziger in der 20. Minute. Yan Diomande nahm auf der linken Seite den Ball überragend an, tänzelte Julian Ryerson aus und flankte scharf Richtung Fünfmeterraum, wo Christoph Baumgartner mit dem Außenrist vollendete.
Baugleich dann das 2:0 in der 40. Minute: Dieses Mal flankte David Raum, erneut hielt Baumgartner den Fuß rein – das verdiente 2:0 für die Sachsen vor der Pause.
Zweite Hälfte: Weil Dortmund es nicht selbst hinbekam, machte es RB Leipzig einfach selbst. Eine Ecke von Ryerson wurde unglücklich von Willi Orban verlängert und Romulo setzte den Ball per Kopf ins eigene Netz zum 1:2 (50.). Dortmund tat sich weiterhin enorm schwer, weil RB in der Rückwärtsbewegung überragend arbeitete und vorn weiterhin gefährlich blieb.
Diomande (67.) und Ridle Baku (73.) ließen die mögliche Vorentscheidung liegen. Dann kam die späte Antwort durch Fábio Silva.
Personelle Probleme bei Dortmund
Der Muskel! Die Adduktoren! Der Oberschenkel! Zahlreiche BVB-Defensivakteure wie Nico Schlotterbeck, Niklas Süle, Filippo Mané und Emre Can mussten beim Gastspiel in Leipzig passen. So gab Luca Reggiani, der im Januar seinen 18. Geburtstag feierte, sein Startelfdebüt in der Bundesliga. Bereits unter der Woche war er gegen Atalanta Bergamo in die erste Elf gerückt.
Leipzigs unruhige Formkurve
Seit mehr als drei Monaten hat RB Leipzig keine zwei Bundesligaspiele mehr in Folge gewonnen. So verpasst man die Ziele, die RB-Chef Oliver Mintzlaff jüngst noch einmal präzisierte: "Ich will mit der Mannschaft in die Champions League." Bei seinem Trainer Ole Werner rennt er dabei offene Türen ein. "Ich bin ein sehr ambitionierter Mensch", wagte der 37-Jährige vor der Begegnung eine Selbsteinschätzung.
Dieser Spieltag dürfte beiden dennoch nicht gefallen haben: Der spät aus der Hand gegebene Sieg ließ die Patzer der Konkurrenz aus Leverkusen (0:1 bei Union Berlin) und Hoffenheim (2:2 in Köln) unbestraft.
Diomande: Die Entdeckung der Saison
Stirnrunzeln erzeugte vor der Saison der Wechsel von Yan Diomande zu RB Leipzig. Dabei war der Anlass nicht die Verpflichtung eines damals 18-Jährigen aus der zweiten spanischen Liga, sondern die Ablösesumme von 20 Millionen Euro. Das Stirnrunzeln ist mittlerweile purer Begeisterung gewichen.
Acht Tore und sechs Assists hat er in dieser Bundesligasaison bereits erzielt, und auch gegen Dortmund zeigte er seine Stärken:
- Ausgezeichnete Ballbehandlung
- Überragende Übersicht
- Explosives Geschwindigkeitsspiel
Der Ivorer war der schnellste Mann auf dem Platz und zeigte mehr als 30 Sprints – eine beeindruckende Leistungsdichte.
Ausblick auf die kommenden Spiele
Für Borussia Dortmund geht es am Mittwoch ab 18.45 Uhr in Bergamo um das Erreichen des Champions-League-Achtelfinals. Dafür muss man ein 2:0 bei Atalanta verteidigen. Drei Tage später empfängt der BVB den FC Bayern München zum Topspiel der Bundesliga (18.30 Uhr).
Für RB Leipzig geht es erst am kommenden Sonntag weiter, wenn die Leipziger beim in der Rückrunde noch ungeschlagenen Hamburger SV (19.30 Uhr) antreten. Ein wichtiges Spiel im Kampf um die internationalen Plätze.



