St. Pauli punktet erneut gegen Bundesliga-Größe: 0:0 gegen Frankfurt mit viel Nebenwirkung
Der FC St. Pauli setzt seine beeindruckende Serie im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga fort. Nach Siegen gegen die Champions-League-Kandidaten Hoffenheim und Stuttgart holte der Tabellenfünfzehnte nun auch ein verdientes 0:0 gegen Eintracht Frankfurt. Vor 29.546 Zuschauern im Millerntor-Stadion trafen die Hamburger sogar zweimal den Pfosten, während die Gäste um ihren neuen Trainer Albert Riera mit dem Punkt glücklich sein konnten.
Weltfrauentag und medizinischer Notfall dominieren erste Halbzeit
Die sportlichen Ereignisse traten in der Anfangsphase etwas in den Hintergrund. St. Pauli zelebrierte den Weltfrauentag mit einem beeindruckenden Fanmarsch nicht-männlicher Anhänger zum Stadion. Parallel dazu sorgte ein Notarzt-Einsatz auf der Gegentribüne für eine ungewöhnliche Ruhephase: Beide Fanlager stellten während der ersten Halbzeit kurzzeitig ihre Unterstützung ein, um den Rettungskräften Platz zu machen.
Kurz vor der Pause kam es dann zu einem ungewöhnlichen Rollentausch im Schiedsrichter-Team. Linienrichter Christian Dietz verletzte sich an der Wade und musste behandelt werden. Nach einer mehrminütigen Unterbrechung übernahm der vierte Offizielle Eric Weisbach seine Position an der Seitenlinie. Dietz stellte sich mit bandagiertem Unterschenkel zwischen die Trainerbänke, bevor in der zweiten Halbzeit sogar der Schiedsrichter-Beobachter des DFB von der Tribüne geholt wurde, um einzuspringen.
St. Paulis mutiger Auftritt und Frankfurts Chancenlosigkeit
Sportlich überzeugte St. Pauli mit einem mutigen Auftritt. Die Hamburger verschanzten sich nicht in der Defensive, sondern störten den Frankfurter Spielaufbau bereits frühzeitig. Zwar kam die Eintracht in der ersten Halbzeit auf einen Ballbesitzanteil von 67 Prozent, doch dieser fand überwiegend in ungefährlichen Bereichen statt.
Die besten Torchancen verpassten die Hausherren durch zwei Pfostentreffer in kurzer Folge. In der 23. Minute scheiterte Mathias Pereira Lage aus kurzer Distanz am Aluminium, nachdem ihm Tomoya Ando den Ball mit dem Hinterkopf vorlegte. Nur acht Minuten später traf Danel Sinani aus etwa 20 Metern erneut den Pfosten.
Frankfurts vergebliche Dominanz in der zweiten Hälfte
Die Eintracht kam erst zu Beginn der zweiten Halbzeit zu einer ernsthaften Torchance. Der Franzose Jean-Matteo Bahoya enteilte auf der linken Seite, scheiterte jedoch aus elf Metern an St. Paulis Torwart Nikola Vasilj. Obwohl sich die Hamburger nun etwas tiefer fallen ließen und die optische Überlegenheit Frankfurts zunahm, blieb die Gefahr vor dem St. Pauli-Tor minimal.
Selbst als Tomoya Ando durch ein unnötiges Foul einen gefährlichen Freistoß in Strafraumnähe verursachte, schoss Fares Chaibi den Ball weit über das Tor. Das 0:0 war letztlich ein faires Ergebnis, das St. Pauli im Abstiegskampf weiter Hoffnung macht und Frankfurt die Grenzen ihres derzeitigen Spiels aufzeigt.
Der FC St. Pauli beweist erneut, dass er gegen vermeintlich stärkere Gegner bestehen kann. Während die Hamburger mit viel Kampf und Glück punkten, muss Eintracht Frankfurt weiter an ihrer Effektivität arbeiten. Die ungewöhnlichen Begleitumstände dieses Spiels werden den Beteiligten ebenso in Erinnerung bleiben wie die sportliche Leistung.



