St. Paulis Kapitän Irvine rechnet nach Leverkusen-Pleite ab: „Das ist inakzeptabel“
Er gilt als Mann der klaren Worte, und nach der deutlichen 0:4-Niederlage bei Bayer Leverkusen ließ St. Paulis Kapitän Jackson Irvine (32) keinen Zweifel an seiner Enttäuschung. Der Australier übte nicht nur harte Selbstkritik, sondern forderte von seinem Team eine sofortige Reaktion für das kommende Nordderby gegen Werder Bremen.
Harte Worte nach der deutlichen Niederlage
„Wir waren richtig schlecht heute“, analysierte Irvine unmittelbar nach dem Spiel in Leverkusen. „Wir haben zwar personell viel Pech im Moment, aber das darf keine Ausrede sein. Wir hatten genug Zeit, uns zu erholen, haben genügend erfahrene Spieler. Zwei solche frühe Tore zu kassieren, das tötet dich. Wir waren nicht annähernd an dem dran, was nötig wäre. Das ist inakzeptabel, vor allem für unsere Fans.“
Der Spielführer der Kiezkicker betonte dabei besonders die Verantwortung gegenüber den Anhängern, die trotz der Auswärtsniederlage weiterhin hinter ihrem Team stehen.
Irvines eigene Leistung und strittige Szene
Jackson Irvine gehörte selbst zu den wenigen Spielern, die gegen die übermächtigen Leverkusener noch Widerstand leisteten. Zweimal war der Australier offensiv in Erscheinung getreten: Ein Volley-Schuss wurde von Robert Andrich geblockt (28. Minute), und in einer strittigen Szene im Strafraum entschied Schiedsrichter Jablonski gegen ihn (32. Minute).
„Keine Ahnung, was er da gepfiffen hat“, kommentierte Irvine die Entscheidung. „Er sagt, ich wäre gegen ihn gelaufen. Das habe ich nicht verstanden.“ Dennoch räumte der Kapitän ein, dass selbst ein möglicher Elfmeter wahrscheinlich nichts an der deutlichen Niederlage geändert hätte.
Blick nach vorn: Nordderby gegen Werder Bremen
Trotz der deutlichen Kritik richtet Irvine den Fokus bereits auf das nächste wichtige Spiel. „Wir müssen das schnell abhaken, weil wir jetzt ein mega wichtiges Spiel zu Hause haben“, betonte der Australier. Gemeint ist der Bundesliga-Knaller am kommenden Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) gegen Werder Bremen.
Mit einem Sieg könnte der FC St. Pauli den Nord-Rivalen in der Tabelle überholen – eine zusätzliche Motivation für die Kiezkicker. „Wir müssen schnell das Level vom letzten Heimspiel finden“, forderte Irvine und verwies auf den 2:1-Erfolg gegen Stuttgart. „Egal, ob jetzt einige von den zuletzt fehlenden Spielern zurückkommen.“
Statistische Besonderheit und persönliche Bilanz
Interessant ist eine statistische Besonderheit: Bisher gab es für St. Pauli nur Punkte, wenn Jackson Irvine die vollen 90 Minuten auf dem Platz stand. In Leverkusen wurde der Kapitän nach 69 Minuten ausgewechselt – die Bilanz blieb damit bestehen. Vielleicht ist dies ein zusätzlicher Ansporn für das wichtige Heimspiel gegen Werder Bremen.
Der Australier zeigte sich trotz der Enttäuschung überzeugt, dass sein Team aus der Niederlage lernen kann: „Wir haben genug Qualität in der Mannschaft, um solche Rückschläge zu verkraften und direkt wieder zu reagieren.“
Fazit: Jackson Irvine steht nach der Leverkusen-Pleite exemplarisch für eine Mannschaft, die zwar enttäuscht ist, aber nicht den Kopf in den Sand steckt. Seine klaren Worte und die direkte Ansprache der Probleme könnten genau der richtige Impuls sein, um im Nordderby gegen Werder Bremen die Wende zu schaffen.



