VfB Stuttgart lässt beim Tabellenletzten überraschend Punkte liegen
Der Pokalsieger VfB Stuttgart hat im Rennen um die begehrten Champions-League-Plätze einen unerwarteten Dämpfer hinnehmen müssen. Drei Tage nach dem starken Auftritt in der Europa League bei Celtic Glasgow kamen die Schwaben beim Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Heidenheim nur zu einem 3:3 (2:2) Remis. In einer turbulenten und unterhaltsamen Partie zeigte der Tabellenvierte erhebliche Schwächen in der Defensive.
Turbulente erste Halbzeit mit kuriosen Szenen
Die Stuttgarter starteten zunächst überlegen in die Begegnung. Chris Führich brachte den Favoriten bereits in der fünften Minute mit einem gekonnten Sololauf in Führung. Der VfB schien die Partie zu dominieren, doch dann wendete sich das Blatt überraschend. Eren Dinkci glich in der 20. Minute aus, bevor Arijon Ibrahimovic in der 34. Minute nach einer kuriosen Videobeweis-Entscheidung per Foulelfmeter die Führung für Heidenheim erzielte.
Schiedsrichter Sascha Stegemann korrigierte seine ursprüngliche Entscheidung nach VAR-Einsicht und pfiff den umstrittenen Strafstoß. Kurz vor der Pause gelang Maximilian Mittelstädt mit einem ebenfalls verwandelten Elfmeter der erneute Ausgleich für Stuttgart. Die erste Halbzeit endete mit weiteren Chancen auf beiden Seiten, darunter eine Kopfballgelegenheit von Patrick Mainka für Heidenheim in der Nachspielzeit.
Spannende Schlussphase mit späten Treffern
Nach der Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Mannschaften. Der 1. FC Heidenheim, der zuvor vier Niederlagen in Serie hinnehmen musste, spielte mutig auf den Sieg und wurde in der 82. Minute belohnt. Sirlord Conteh erzielte das 3:2 für den Tabellenletzten und schien den Überraschungserfolg perfekt zu machen.
Doch der VfB Stuttgart zeigte Charakter und kämpfte zurück. Nur sechs Minuten später gelang Deniz Undav der erneute Ausgleich zum 3:3 Endstand. Damit bleibt Stuttgart zwar weiterhin auf dem vierten Tabellenplatz, verpasste jedoch die Chance, den Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig auszubauen.
Trainer-Statements und taktische Analyse
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß hatte vor dem Spiel gewarnt, die starke Vorstellung in Glasgow nicht überzubewerten. „Es ist ein neues Spiel, es fängt von vorne an“, betonte er im DAZN-Interview. „Für Heidenheim geht es um alles - und für uns auch um viel.“ Seine Worte sollten sich als prophetisch erweisen, denn die Stuttgarter zeigten deutliche Konzentrationsschwächen in der Abwehr.
Für Heidenheim bedeutet der Punktgewinn zwar eine Unterbrechung der Negativserie, doch die Situation bleibt prekär. Zu den rettenden Ufern des Relegationsplatzes fehlen weiterhin sechs Punkte. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt bewies jedoch Kampfgeist und zeigte eine bemerkenswerte Leistung gegen den übermächtig erscheinenden Gegner.
Die Stuttgarter müssen nun die Lehren aus diesem Rückschlag ziehen, wollen sie ihre Ambitionen auf die Königsklasse nicht gefährden. Die Defensivprobleme, die bereits in der Europa League sichtbar wurden, traten in Heidenheim erneut deutlich zutage und erfordern dringend Lösungen.



