VfB Stuttgart: Der überfüllte Kader und seine teuren Tribünenplätze
Beim VfB Stuttgart herrscht eine luxuriöse Problemstellung, die andere Fußballklubs nur zu gerne hätten. Der Verein verfügt über einen XXL-Kader, der trotz leichter Reduzierung in den vergangenen Transferperioden noch immer zu umfangreich ist. Zuletzt mussten zwei hochkarätige Neuzugänge die Konsequenzen tragen und auf der Tribüne Platz nehmen.
Teure Zuschauer: Millionen auf der Tribüne
Im Spiel gegen Borussia Dortmund (0:2) fanden weder Badredine Bouanani (21) noch Jeremy Arévalo (21) einen Platz im Kader. Damit saßen Spieler im Gesamtwert von etwa 25 Millionen Euro nicht einmal auf der Ersatzbank, sondern verfolgten das Spiel von der Tribüne aus. Eine teure Angelegenheit für den VfB, die sich als regelrechte Teuer-Tribüne entpuppt.
Trainer Sebastian Hoeneß (43) bestätigte gegenüber BILD: „Es wird wieder Härtefälle geben. Das steht schon fest. Weil bis auf Ata und Lazar Jovanovic alle zur Verfügung stehen. Darüber sind wir froh, weil wir dann die Qual der Wahl haben. Andererseits bedeutet das auch, dass man harte Entscheidungen treffen und entsprechend kommunizieren muss.“
Keine Aussicht auf Besserung
Flügelspieler Bouanani kam in den vergangenen sieben Ligaspielen nicht zum Einsatz und stand gegen Dortmund nicht einmal im Kader. Arévalo saß in der Rückrunde bereits sechsmal auf der Tribüne. Die Situation könnte sich sogar noch verschärfen: Mit Lazar Jovanovic (19) wird zeitnah ein weiterer Sommer-Zugang im Wert von fünf Millionen Euro fit. Dann könnte sich ein regelrechtes 30-Millionen-Euro-Tribünen-Trio formieren.
Die Gründe für diese Situation sind vielfältig:
- Der VfB spielt eine erfolgreiche Saison
- Nahezu alle Spieler sind verletzungsfrei
- Hoeneß hat eine breite Auswahl an talentierten Spielern
- Die Konkurrenz auf jeder Position ist enorm
Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg
Stars, die nicht einmal im Kader stehen, können normalerweise schnell für Unruhe in der Kabine sorgen. Beim VfB Stuttgart ist dies jedoch nicht der Fall. Trainer Hoeneß betont die Bedeutung klarer Kommunikation: „Kommunikation ist der entscheidende Aspekt. Man muss den Jungs sagen, was die Gründe sind, klare Erwartungen schildern und gleichzeitig auf die Konkurrenzsituation verweisen.“
Diese offene Gesprächskultur verhindert, dass die Enttäuschung über ausbleibende Spielzeit zu großer Unzufriedenheit innerhalb der Mannschaft führt. Die Spieler verstehen die Situation und akzeptieren die Entscheidungen des Trainers, solange diese transparent kommuniziert werden.
Zukunftsperspektiven ungewiss
Aussicht auf Besserung gibt es für die betroffenen Spieler vorerst nicht – solange alle Stuttgarter Spieler fit bleiben. Im Gegenteil: Mit jedem zurückkehrenden Spieler wird die Konkurrenz noch größer. Das Serbien-Talent Jovanovic hat kaum Aussicht auf Spielzeit und dürfte nach seiner Genesung direkt von der Ausfallliste auf die Tribüne wechseln.
Die Situation beim VfB Stuttgart zeigt deutlich, wie ein erfolgreicher Klub mit den Herausforderungen eines überfüllten Kaders umgehen muss. Während andere Vereine über Personalmangel klagen, muss Trainer Hoeneß regelmäßig schmerzhafte Entscheidungen treffen und Spieler im Millionenwert auf die Tribüne setzen. Eine Luxusproblematik, die jedoch für die betroffenen Spieler bittere Realität ist.



