Timo Boll im Hollywood-Film: Tischtennislegende trainiert mit Timothée Chalamet für „Marty Supreme“
Timo Boll trainiert mit Timothée Chalamet für Hollywood-Film

Tischtennislegende Timo Boll im Hollywood-Film „Marty Supreme“

Die deutsche Tischtennis-Ikone Timo Boll hat einen besonderen Auftritt im aktuellen Hollywood-Film „Marty Supreme“ von Regisseur Josh Safdie. In der Tragikomödie, die für neun Oscars nominiert ist, spielt Boll neben Hollywood-Star Timothée Chalamet, der die Hauptrolle des ambitionierten Tischtennisspielers Marty Mauser verkörpert.

Intensives Training mit dem Hollywood-Star

Für seinen Filmauftritt trainierte Boll intensiv mit Chalamet. „Wir haben fünf Ballwechsel über drei Stunden gedreht, aber eine ganze Woche lang dafür trainiert“, berichtet Boll im Interview. „Das war schon ein Monster-Aufwand für das, was dann letztendlich im Film zu sehen ist.“ Der deutsche Sportler zeigt sich beeindruckt von der Vorbereitung des Schauspielers: „Timothée hat sich lange mit einem Tischtennis-Choreografen vorbereitet, dessen Frau chinesische Nationalspielerin war. Seine Koordination war wahnsinnig gut.“

Dreharbeiten in New York mit akribischer Detailarbeit

Die Dreharbeiten fanden über zwei Wochen in New York statt. Boll wohnte in Manhattan, trainierte mit Chalamet in einem gemieteten Hochhaus-Stockwerk und drehte die Tischtennisszenen schließlich in einer riesigen Halle in New Jersey. „In Hollywood wird auf jedes Detail geachtet“, so Boll. „Sie haben Lampen aus den 50er-Jahren nachgebaut, die es nirgends mehr zu kaufen gibt, und Tischbeine vom Schreiner anfertigen lassen. Jede mögliche Spiegelung wurde bedacht.“

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Diese akribische Herangehensweise führte auch zu kuriosen Momenten: „In einer Szene, nachts um zwei Uhr, habe ich als Einziger den Schläger falsch herum gehalten“, gesteht Boll lachend. „Da mussten wir die Szene nochmal drehen – ich hatte einen schön roten Kopf. Aber Regisseur Josh Safdie hat nur geschmunzelt und gesagt: ‚Das kann selbst den Besten passieren.‘“

Regisseur als großer Tischtennis-Fan

Ohne die Begeisterung von Regisseur Josh Safdie für Tischtennis gäbe es den Film wohl nicht. „Er hat auch das Drehbuch geschrieben und spielt privat sogar mit einem Timo-Boll-Schläger“, verrät Boll. „Durch ihn habe ich die Rolle bekommen. Am Telefon hat er mir genau erklärt, warum ihm die Tischtennis-Szenen so wichtig sind.“

Familie und Heimkino: Bolls private Seite

Während der Dreharbeiten war Bolls Familie mit in New York, allerdings erkrankte seine zwölfjährige Tochter. „Sie lag eine Woche mit 40 Grad Fieber flach“, berichtet der Sportler. Jetzt überlegt er, ob er ihr den Film schon zeigen kann: „Sie ist ja erst zwölf, und so ganz jugendfrei ist der Film nicht. Vielleicht halte ich ihr ab und zu die Augen zu.“

Privat ist Boll ein leidenschaftlicher Film-Fan: „Ich habe mein erstes Heimkino mit 13 oder 14 Jahren im Kinderzimmer gebaut, mit Leinwand und Beamer. In jedem Haus, wo ich bislang gewohnt habe, gab es ein Zimmer als Heimkino.“ Seine erste DVD war „Postman“ mit Kevin Costner, heute schaut er gerne Serien und die speziellen Filme der Safdie-Brüder.

Oscar-Nominierungen und sportliche Konsequenzen

Der Film ist für neun Oscars nominiert, die Entscheidung fällt am 15. März in Los Angeles. „Wäre schon schön, wenn auf meiner Autogrammkarte mal Oscarpreisträger stehen würde – mit einem Smiley“, scherzt Boll.

Die Dreharbeiten hatten allerdings unerwartete sportliche Folgen: „Weil ich zwei, drei Wochen nur mit dem Hartbrett aus dem Film gespielt hatte, konnte ich danach wirklich kein Tischtennis mehr mit einem normalen Schläger“, gesteht Boll. „Ich habe so auf die Ohren bekommen und zwei Mal 0:3 verloren. Da dachte ich: Jetzt muss ich direkt aufhören, statt mich so zu blamieren.“

Trotz der intensiven Dreharbeiten und der kleinen Rolle ist Boll begeistert von der Erfahrung: „Es fühlt sich an, als wäre ich gerade Olympiasieger! Dafür, dass ich im Film nur eine kleine Rolle habe, ist das schon viel Wirbel.“ Die Aufmerksamkeit für den Tischtennissport freut ihn besonders.

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