Vor 13 Jahren: Der tragische Verlust von Undertakers kongenialem Begleiter
Heute vor genau dreizehn Jahren erlebte die WWE-Welt einen ihrer traurigsten Momente: Paul Bearer, der geisterhafte Begleiter von Wrestling-Ikone The Undertaker, verstarb unerwartet im Alter von nur 58 Jahren. Der Tod von William Alvin Moody, wie er bürgerlich hieß, erschütterte nicht nur seinen langjährigen Freund und Partner, sondern löste auch kontroverse Diskussionen über den Umgang der WWE mit dieser realen Tragödie aus.
Die unvergleichliche Partnerschaft im Ring
Mit seiner theatralischen Mimik, den markanten Gesten und dem unverkennbaren „Ohhh yesss!“-Ruf wurde Paul Bearer in den frühen 1990er Jahren zur perfekten Ergänzung für den mysteriösen Undertaker. Während der „Dead Man“ seine stoische Aura kultivierte, übernahm Bearer die kommunikative Rolle und schuf so eine der erfolgreichsten Duos der WWE-Geschichte. Ohne diese Symbiose wäre der Aufstieg des Undertakers kaum denkbar gewesen.
Interessanterweise hatte Bearer einen realen Bezug zu seiner Rolle: Bevor er zum Wrestling kam, arbeitete der ehemalige Air-Force-Soldat tatsächlich als Leichenbestatter und Einbalsamierer. Sein Künstlername ist ein cleveres Wortspiel mit „Pallbearer“ (Sargträger). Vor seiner Zeit als Undertaker-Begleiter war er bereits als Manager unter dem Namen „Percival Pringle III“ bekannt und betreute junge Talente wie Steve Austin und den späteren Ultimate Warrior.
Höhepunkte und Wendungen einer Wrestling-Legende
Die gemeinsame Karriere von Undertaker und Paul Bearer war geprägt von zahlreichen Höhepunkten:
- Die Fehden gegen Hulk Hogan in den frühen Jahren
- Ein denkwürdiger Auftritt 1996 in Thomas Gottschalks „Haus Party“, wo Bearer sogar zu Blümchens Techno-Hit „Herz an Herz“ mittanzte
- Die zentrale Rolle bei der Einführung von Kane, dem angeblich totgeglaubten Bruder des Undertakers
- Mehrere dramatische Wendungen, in denen Bearer sich gegen seinen langjährigen Partner stellte
Nach der Jahrtausendwende verschwand Bearer zeitweise aus dem WWE-Programm, kehrte aber 2004 zurück, als der Undertaker nach einer Phase als „Biker-Taker“ zu seinen Wurzeln zurückfand. Die Storylines wurden dabei immer extremer – in einer besonders drastischen Szene „begrub“ der Undertaker seinen Weggefährten sogar in flüssigem Zement.
Der tragische Tod und die kontroverse Aufarbeitung
Am 5. März 2013 holte die Realität die Inszenierung ein: William Moody starb an einem Herzinfarkt, nachdem er bereits länger mit gesundheitlichen Problemen aufgrund von Übergewicht und Depressionen gekämpft hatte. Nur elf Monate zuvor hatte er seinen letzten WWE-Auftritt absolviert.
Die Reaktion der WWE auf seinen Tod sorgte für erhebliche Irritationen. In den Monaten nach Moodys Ableben integrierte die Promotion den realen Verlust in ihre Storylines: Bei WrestleMania 29 unterbrach CM Punk einen Tribut-Auftritt des Undertakers und attackierte ihn mit Bearers Urne. Später verkleidete sich sogar Paul Heyman als der verstorbene Manager.
Diese Verwendung einer echten Tragödie für Entertainment-Zwecke stieß bei vielen Fans auf Unverständnis. Selbst Bearers Söhne äußerten zunächst Kritik, obwohl sie später ihre Aussagen relativierten und betonten, ihr Vater hätte diese Art der Ehrung wahrscheinlich geschätzt. In einer WWE-Dokumentation von 2020 erklärten der Undertaker, Kane und Bruce Pritchard übereinstimmend, dass Bearer es geliebt hätte, posthum noch einmal im Mittelpunkt einer großen Story zu stehen.
Ein bleibendes Vermächtnis
Trotz der Kontroversen bleibt Paul Bearers Vermächtnis unbestritten. 2014 wurde er posthum in die WWE Hall of Fame aufgenommen, eingeführt von seinen Söhnen und dem Undertaker. Bei dessen emotionalem Abschied bei den Survivor Series 2020 erhielt Bearer eine besondere Ehre: Als Hologramm projiziert, erschien er ein letztes Mal im Ring, und der Undertaker verneigte sich vor seinem langjährigen Begleiter.
Dreizehn Jahre nach seinem Tod erinnern sich Wrestling-Fans weltweit an den Mann, der mit seiner einzigartigen Präsenz den Undertaker zu dem gemacht hat, was er wurde: Eine der größten Legenden der Sports-Entertainment-Geschichte. Die Diskussionen über den Umgang mit seinem Ableben zeigen, wie sehr die Grenzen zwischen realem Leben und Inszenierung im Wrestling bis heute verschwimmen.



