Tonda Eckert: Der unbekannte Deutsche, der Southampton zum Erfolg führt
Ein deutscher Trainer sorgt derzeit in der englischen Fußballwelt für Furore, obwohl sein Name hierzulande kaum bekannt ist. Der 33-jährige Tonda Eckert hat als Cheftrainer des FC Southampton eine bemerkenswerte Erfolgsserie gestartet und steht kurz vor einem Sensationserfolg.
Vom Interimstrainer zum Shootingstar
Eckert übernahm den Trainerposten beim FC Southampton im Dezember, nachdem der Premier-League-Absteiger in eine gefährliche Abwärtsspirale geraten war. Ursprünglich nur als Interimslösung für die U21-Mannschaft vorgesehen, überzeugte der Deutsche in seinen ersten beiden Spielen so nachhaltig, dass er umgehend zum Cheftrainer befördert wurde.
Seine bisherige Bilanz spricht für sich: Nach einem spektakulären 2:1-Sieg gegen den Tabellenführer FC Arsenal im FA-Cup-Viertelfinale und einem 5:1-Erfolg gegen Wrexham in der Liga ist Southamptons Mannschaft seit beeindruckenden 16 Spielen in Folge ungeschlagen. Der Klub steht nun auf Tabellenplatz sechs und träumt wieder vom Aufstieg in die Premier League.
Erfahrung auf Topniveau
Für Eckert ist die Arbeit auf höchstem Niveau nichts Neues. Als Co-Trainer sammelte er bereits Erfahrung bei renommierten Klubs wie dem FC Bayern, RB Leipzig und Genua CFC. Von Trainergrößen wie Miroslav Klose, Alexander Blessin und Marco Rose lernte er verschiedene Trainerstile kennen. Bei Southampton ist er nun erstmals selbst als Chef bei den Profis verantwortlich – und fühlt sich dabei sichtlich wohl.
„Wir sind natürlich momentan mit der gesamten sportlichen Situation sehr zufrieden, so auch mit Tonda“, erklärte Southamptons Sportdirektor Johannes Spors. „Aber die wirklich entscheidenden Wochen liegen jetzt noch vor uns, mit allein acht Spielen im April.“
Doppelte Auszeichnung als Trainer des Monats
Wegen der anhaltenden Siegesserie wurde Eckert in der Championship bereits zum Trainer des Monats März gewählt – eine Auszeichnung, die ihm bereits im Februar zuteil wurde. „Es ist sehr erfreulich für uns, diesen Preis erneut zu gewinnen – das ist die Anerkennung dafür, dass wir unsere Standards und Konsistenz aufrechterhalten haben und auf dem richtigen Weg sind“, wird Eckert auf der Vereinswebsite zitiert.
Doch der junge Trainer bleibt bescheiden: „Wir sind noch weit entfernt von dem, was wir sein wollen. Wir müssen gemeinsam weitermachen.“
Umfassender Umbruch im Kader
Southampton hatte nach zwei Abstiegen aus der Premier League innerhalb von drei Jahren einen umfassenden Kaderumbau vollzogen. Mit einem Investment von rund 56 Millionen Euro wurden zahlreiche Neuzugänge verpflichtet, darunter bekannte Gesichter aus der Bundesliga wie Caspar Jander vom 1. FC Nürnberg und Leo Scienza vom 1. FC Heidenheim. Im Winter stieß auch Bayern-Torhüter Daniel Peretz zum englischen Klub.
Der neu zusammengewürfelte Kader brauchte offenbar Zeit, um sich zu finden – und Eckert scheint das fehlende Puzzleteil gewesen zu sein, das den entscheidenden Unterschied macht.
Erfolgsrezept: Positive Einstellung und moderne Analyse
Doch wie gelang es dem Jungtrainer, den abwärts trudelnden Klub wieder in die Erfolgsspur zu lenken? Die englische Presse beobachtete vor allem seine positive Ausstrahlung und Kommunikationsfähigkeit. Neben dieser grundsätzlich positiven Einstellung setzt der 33-Jährige jedoch auch auf moderne Methoden.
Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt engagierte er das deutsche Unternehmen für Gehirntraining neuro11, das bereits mit Liverpool zusammengearbeitet hatte. Die Experten bringen Elektroden an den Köpfen der Spieler an und werten die Anlaufbewegungen bei Elfmeter- und Freistoßsituationen aus.
Zusätzlich plädierte Eckert für die Einstellung weiterer Psychologen und Analysten. Sein Fokus auf detaillierte Gegneranalysen und taktische Vorbereitung hat ihm bereits den Ruf als „Kontrollfreak“ im positiven Sinne eingebracht.
Ungewöhnlicher Werdegang
Eckerts Karriere verlief von Anfang an ungewöhnlich. Nachdem er mit 17 Jahren seine aktive Spielerkarriere beendet hatte, arbeitete er bei der EM 2012 im Alter von nur 19 Jahren bereits als Analyst für die deutsche Nationalmannschaft, während er in Köln studierte.
Zwei Jahre später, bei der Weltmeisterschaft 2014, erstellte er Analysen zu Deutschlands Finalgegner Argentinien. Als Teil von Joachim Löws Team wurde er mit nur 21 Jahren Weltmeister.
Sportdirektor Spors, der mit Eckert bereits bei Genua zusammengearbeitet hatte, schätzt besonders seine Entschlossenheit: „Er gibt einfach nie auf, das finde ich toll. Das Wichtigste ist – und das unterscheidet ihn von anderen Trainern – dass er motiviert ist, zu gewinnen.“
Am Wochenende trifft Southampton auf Verfolger Derby County. Eines steht bereits jetzt fest: Der Aufstieg in die Premier League ist plötzlich wieder realistisch – und Tonda Eckert hat sich vom unbekannten Co-Trainer zum deutschen Shootingstar im englischen Fußball entwickelt.



