Eine ungewöhnliche Entscheidung erschüttert den Fußball-Osten: Beim abstiegsbedrohten Oberligisten Bischofswerdaer FV müssen die Co-Trainer gehen, während der Cheftrainer im Amt bleibt. Der Verein reagierte damit auf die anhaltende sportliche Talfahrt in der Oberliga Süd (5. Liga).
Hintergrund der Trainerfreistellung
Nach der 1:3-Heimniederlage gegen den Aufsteiger Glauchau zog der Vorstand die Reißleine. In einer offiziellen Mitteilung hieß es: „Als Reaktion auf die anhaltende, negative sportliche Entwicklung unserer Oberligamannschaft hat sich der Vorstand in Absprache mit der sportlichen Leitung dazu entschlossen, Veränderungen im Trainerteam vorzunehmen.“ Betroffen sind die Co-Trainer René Wagner und Alexander Schidun, die erst im vergangenen Sommer ihre Tätigkeit aufgenommen hatten. Sie wurden mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden.
Neue Aufgabenverteilung
Bis zum Saisonende übernimmt Ex-Trainer Erik Schmidt, der mittlerweile im Vorstand des Vereins tätig ist, gemeinsam mit dem bisherigen Cheftrainer Frank Rietschel die sportliche Verantwortung. Der 55-jährige Rietschel bleibt somit im Amt, obwohl die Mannschaft unter seiner Leitung in eine schwierige Lage geraten ist. Der Verein betonte, dass das volle Vertrauen in die Mannschaft und die neue Führung gesetzt werde.
Situation des Vereins
Der Bischofswerdaer FV, der in den vergangenen Jahren zu den Spitzenmannschaften der Oberliga gehörte, kämpft nun gegen den Abstieg. Noch vier Spieltage sind verbleibend, um den Komplettabsturz zu verhindern. Die Mannschaft wurde am Dienstagabend über die Entscheidung informiert und erhielt Rückhalt von der sportlichen Leitung und dem Präsidium. „Es gilt nun mehr denn je, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, so der Klub weiter.
Die ungewöhnliche Maßnahme zeigt, wie sehr der Verein auf die Krise reagiert. Während Cheftrainer Rietschel eine zweite Chance erhält, müssen die Assistenten die Verantwortung für die sportliche Misere übernehmen. Ob dies die Wende bringt, bleibt abzuwarten.



