Trauer um eine Löwen-Ikone: Karsten Wettberg im Alter von 84 Jahren verstorben
Die Fußballwelt und insbesondere die Gemeinde Giesing sind in tiefer Trauer. Karsten Wettberg, eine prägende Figur des TSV 1860 München, ist am 29. März im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Der Mann, der mit seinen 1,67 Metern Körpergröße vielleicht nicht imposant wirkte, hinterlässt als Trainer und Identifikationsfigur des Vereins eine gewaltige Lücke, die kaum zu füllen sein wird.
Ein Sechzger par excellence: Stimmen der Trauer und Würdigung
Fredi Heiß, Meisterspieler des TSV 1860, bringt die Gefühle vieler auf den Punkt: "Mei, der Karsten. Er war ein Sechzger par excellence. Ich kenne kaum einen anderen Trainer, der sich so sehr mit dem Verein identifiziert hat, wie er." Heiß ordnet Wettberg in eine Reihe mit anderen Trainerlegenden ein und betont seine historische Bedeutung für den Aufstieg des Vereins aus der Bayernliga.
Auch Vereinspräsident Gernot Mang zeigt sich betroffen und erklärt: "1860 verliert einen großen Trainer und einen großen Löwen. Unser Mitgefühl ist in diesen schweren Stunden bei seiner Familie." Wettberg, der in den vergangenen Jahren regelmäßig von der Haupttribüne des Grünwalder Stadions aus die Daumen drückte, wird schmerzlich vermisst.
Vom Postler zum 'König von Giesing': Eine bemerkenswerte Karriere
Karsten Wettbergs Werdegang ist eng mit dem TSV 1860 verwoben. Nachdem er seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Post begann und sich politisch in der SPD engagierte, fand er seine wahre Berufung im Fußball. Im Jahr 1991 krönte ihn der damalige Oberbürgermeister Georg Kronawitter nach dem Aufstieg in die Zweite Liga auf dem Rathausbalkon zum "König von Giesing" – ein Titel, der seine Verbundenheit mit dem Stadtteil und dem Verein unterstreicht.
Mit über 50 Titeln gilt Wettberg als erfolgreichster Amateurtrainer Deutschlands. Selbst im hohen Alter von über 80 Jahren trat er noch für wohltätige Zwecke gegen den Ball, was seine ungebrochene Leidenschaft für den Sport demonstrierte.
Geplante Ehrungen und das Vermächtnis eines Löwen
Der TSV 1860 wird am kommenden Samstag beim Heimspiel gegen Waldhof Mannheim mit Trauerflor auflaufen. Vor Anpfiff ist eine Schweigeminute für den verstorbenen Trainer geplant. Ob es, ähnlich wie für Werner Lorant vor etwa einem Jahr, eine offizielle Trauerfeier geben wird, steht noch nicht abschließend fest, wird aber eng mit der Familie abgestimmt.
Karsten Wettberg hinterlässt seine Ehefrau Gisela und einen Sohn. Sein Tod reiht ihn nun symbolisch neben andere Giesinger Granden wie Max Merkel und Werner Lorant ein – Legenden, die die Geschichte des Vereins maßgeblich geprägt haben. Für die Löwen und ganz Giesing bleibt ein leerer Thron zurück, der von der tiefen Verbundenheit und dem unermesslichen Beitrag eines Mannes zeugt, der weit mehr als nur ein Trainer war.



