TSV 1860 München: Abwehr-Chef Verlaat muss um Stammplatz kämpfen
Beim TSV 1860 München hat sich in der Abwehr eine neue Hierarchie etabliert. Während Kapitän Jesper Verlaat monatelang verletzt ausfiel, haben sich Max Reinthaler und Raphael Schifferl als zuverlässige Stabilisatoren erwiesen. Geschäftsführer Manfred Paula spricht nun klare Worte über die Situation des niederländischen Abwehrbosses.
Verletzungspause und Comeback mit Hindernissen
Für den kultigen Lockenkopf Jesper Verlaat schloss sich im Drittliga-Spiel gegen den FC Hansa Rostock ein Kreis, den der 29-Jährige sicherlich lieber vermieden hätte. Bereits im September 2025, bei der 1:2-Niederlage am sechsten Spieltag im Hinspiel in Rostock, zog sich der Niederländer eine schwere Muskelverletzung zu. Nach einem Rückschlag im türkischen Trainingslager kehrte der Kapitän erst am 25. Spieltag zurück – genau im Rückspiel gegen Rostock, das mit 1:0 gewonnen wurde.
Doch die Rückkehr auf den Platz bedeutet nicht automatisch die Rückkehr in die Startformation. Während Verlaats Abwesenheit etablierte sich ein neues Abwehrgesetz bei den Löwen: Das Duo Reinthaler und Schifferl erwies sich als äußerst stabil und kompensierte nicht nur Verlaats Ausfall, sondern auch das Fehlen von Nebenmann Sean Dulic mehr als nur ordentlich.
Neues Abwehr-Bollwerk überzeugt
Beim Heimsieg gegen Rostock und bereits zuvor beim 5:0-Kantersieg beim TSV Havelse präsentierte sich das neue Defensiv-Duo in Bestform. Zusammen mit dem belgischen Innenverteidiger Siemen Voet bildeten sie ein schwer überwindbares Abwehr-Trio, das selbst Geschäftsführer Manfred Paula zu Lobeshymnen veranlasste.
„Die Jungs, die für unsere länger verletzten Spieler in die Bresche gesprungen sind, haben einen richtig guten Job gemacht“, betonte Paula im Gespräch mit der AZ. „Gerade unsere letzte Abwehrreihe hat schon vor und auch nach der Winterpause für Stabilität gesorgt. Da muss man zum Beispiel an Max Reinthaler und Raphael Schifferl ein Lob aussprechen: Die beiden lösen ihre Aufgaben in der Abwehrreihe sehr gut.“
Leistungsprinzip vor Vereinshierarchie
Die herausragenden Leistungen der Ersatzspieler stellen Cheftrainer Markus Kauczinski vor angenehme Personalentscheidungen – und Kapitän Verlaat vor eine ungewohnte Herausforderung. Paula machte unmissverständlich klar, dass bei den Blauen das Leistungsprinzip gilt: „Jesper Verlaat war zuletzt erstmals wieder im Kader und wird alles geben müssen, um sich seinen Platz in der Kette wieder zu erspielen.“
Was angesichts von Verlaats bisherigem Standing im Verein zunächst überraschend wirken mag, entspricht einer grundlegenden Faustregel des Profifußballs: Ein so lange verletzter Spieler benötigt Zeit, um wieder zur alten Form zu finden und Spielpraxis zu sammeln.
Statistiken untermauern die neue Stabilität
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache für die Leistungen der neuen Abwehr-Stützen. Max Reinthaler kam in 15 Einsätzen auf sieben Siege, drei Remis und drei Niederlagen – eine starke Bilanz mit 1,84 Punkten pro Spiel. Raphael Schifferl absolvierte zehn Einsätze und blieb 2026 mit zwei Siegen und drei Remis über die volle Spielzeit noch ungeschlagen, da er die 1:2-Niederlage beim VfB Stuttgart II verpasste.
Für Trainer Kauczinski, der Reinthaler bereits vom FC Wehen Wiesbaden kennt, stellt die Rückkehr Verlaats ein Luxusproblem dar. Wer den 56-Jährigen kennt, weiß: Solange sich Reinthaler nichts zuschulden kommen lässt, wird selbst der Mann mit der Kapitänsbinde vorerst auf der Bank Platz nehmen müssen.
Optimismus für den Aufstiegsendspurt
Trotz der personellen Entscheidungen zeigt sich Geschäftsführer Paula optimistisch für den finalen Saisonabschnitt. „Ich bin jedenfalls zuversichtlich, weil wir viele gute Spieler in unseren Reihen haben und der Trainer nach und nach wieder zusätzliche Optionen zur Verfügung hat“, so Paula. Auch aus dem Nachwuchs habe man Qualität zuführen können.
Die klare Botschaft an alle Spieler lautet jedoch: Die Personalentscheidungen werden „von Spieltag zu Spieltag“ getroffen, basierend darauf, wer „die beste Option darstellt“. Beim TSV 1860 zählt in der entscheidenden Phase der Saison vor allem die aktuelle Leistung – unabhängig von Vereinsstatus oder Vergangenheit.



