TSV 1860 München: David Philipps Aufstieg verändert die Offensivhierarchie
Beim TSV 1860 München hat sich in der Offensive eine spannende Verschiebung ergeben. Während der formstarke David Philipp immer mehr an Bedeutung gewinnt, müssen die etablierten Stürmer Patrick Hobsch und Florian Niederlechner vorerst auf der Bank Platz nehmen. Trainer Markus Kauczinski setzt bewusst auf ein taktisches Element, das Philipp in besonderem Maße mitbringt.
Philipp als Schlüsselspieler in der Drittliga-Offensive
David Philipp hat sich in den letzten Spielen der Löwen als unverzichtbarer Offensivspieler erwiesen. Nach einer zunächst bedrohlich wirkenden Trainingsverletzung konnte sich der 25-Jährige rechtzeitig fit melden und stand im wichtigen Drittliga-Spiel gegen den FC Hansa Rostock in der Startelf. Diese Entscheidung von Trainer Kauczinski zahlte sich aus: Philipp war maßgeblich am 1:0-Siegtreffer beteiligt, indem er mit einer Hereingabe den fälligen Strafstoß heraus holte, den Thore Jacobsen verwandelte.
Die Statistik unterstreicht Philipps wachsende Bedeutung für die Sechzger. In den beiden letzten Spielen, beide Siege für den TSV 1860, war der gebürtige Hamburger stets involviert. Beim 5:0-Kantersieg steuerte er zwei Torvorlagen bei, obwohl er eigentlich nur als Vertreter des gelbgesperrten Kevin Volland eingesetzt worden war. Diese Leistungen wurden belohnt: Trotz Vollands Rückkehr in die Startelf blieb Philipp gegen Rostock ebenfalls drin und ersetzte dabei Stammstürmer Patrick Hobsch.
Tempo als taktischer Trumpf von Trainer Kauczinski
Trainer Markus Kauczinski begründete seine Personalentscheidung mit taktischen Überlegungen. "Ich habe David Philipp drin gelassen, um mehr Tempo zu haben in den Umschaltsituationen", erklärte der Trainer nach dem wichtigen Heimsieg gegen Tabellennachbar Hansa Rostock. Dieser Dreier ließ die Aufstiegshoffnungen der Münchner wieder aufleben.
Das Stichwort Tempo beschreibt treffend, was Philipp der Offensive des TSV 1860 bringt. Der quirlige Offensivspieler ist nicht nur schnell, sondern legt auch weite Laufwege zurück. Gemeinsam mit Top-Torjäger Sigurd Haugen, der bereits neun Saisontore erzielt hat, bildet Philipp eine gefährliche Angriffsformation. Kauczinski lobte in einem "weitgehend ausgeglichenen Spiel", dass 1860 durch "Umschaltsituationen unsere Momente" hatte.
Bereits im Spiel gegen TSV Havelse hatte sich gezeigt, dass Philipp der Offensive neuen Schwung verleihen kann. Der Spieler, der zuvor eher als Trainingsweltmeister galt, der sein Können zu selten auf den Rasen brachte, überzeugt nun mit einer guten Mischung aus Spielwitz, Tempo und Kampfgeist. Insgesamt stehen für Philipp in dieser Saison nun zwei Tore und vier Vorlagen in 23 Partien zu Buche.
Hobsch und Niederlechner müssen Geduld beweisen
Während David Philipp glänzt, müssen andere Offensivspieler des TSV 1860 Geduld üben. Torjäger Patrick Hobsch saß gegen Rostock fast das gesamte Spiel auf der Bank und wurde erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit eingewechselt, um das Ergebnis über die Runden zu bringen. Noch deutlicher war die Situation für den kürzlich genesenen Routinier Florian Niederlechner: Der 35-Jährige kam gar nicht zum Einsatz.
Das Bild von Hobsch und Niederlechner nebeneinander auf der Bank war ein seltenes wie spannendes Szenario am vergangenen Spieltag. Erwähnenswert ist zudem, dass der aufstrebende Stürmer Justin Steinkötter den Wechsel-Vorzug vor dem erfahrenen Duo erhielt und in der 76. Minute für den entkräfteten Philipp eingewechselt wurde.
Was auf den ersten Blick erstaunlich erscheinen mag, war für Kauczinski taktisch logisch. Nach der 1:0-Führung waren schnelle Konterspieler besonders gefragt, da Rostock dringend ein Tor benötigte und 1860 per Konter hätte nachlegen können. Dennoch bleibt bemerkenswert, dass der 56-jährige Trainer zwei seiner torgefährlichsten, aber nicht schnellsten Spieler geopfert hat.
Blick auf das nächste Spiel gegen Hoffenheim
Trainer Kauczinski dürfte bei seinen Personalentscheidungen bereits den nächsten Gegner im Hinterkopf gehabt haben. Beim 1:5-Debakel gegen die TSG 1899 Hoffenheim II, noch unter Vorgänger Patrick Glöckner, war der TSV 1860 gegen die jungen, hochtalentierten und pfeilschnellen Kraichgauer chancenlos gewesen.
Im Rückspiel wird Kauczinski mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder auf den Faktor Tempo setzen. Es ist daher gut möglich, dass in Hoffenheim erneut mit dem formstarken David Philipp in der Startelf zu rechnen ist – und die Herren Hobsch und Niederlechner vorerst weiter von der Bank aus zusehen müssen. Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Wandel in der Offensivhierarchie der Löwen und unterstreicht Philipps Aufstieg zum Schlüsselspieler.



