Tierquälerei auf Olympia-Reitanlage: Eltern als Verdächtige bei Attacke auf Ponys
Ein schockierender Vorfall hat die Reitsportwelt erschüttert. Auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem wurden sechs Ponys gezielt angegriffen und misshandelt. Die Münchner Polizei bestätigte, dass die Tiere zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen im Februar Opfer einer tierschutzrelevanten Attacke wurden.
Gezielte Attacke mit möglicher Todesfolge
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben ergeben, dass die Ponys systematisch angegangen wurden. Den Tieren wurden die Mähnen abgeschnitten, die Beine zusammengebunden und die Zungen mit Gummibändern umwickelt. Laut Polizeiangaben hätte diese Misshandlung im Extremfall tödlich enden können. Die Täter drangen unbefugt in die Stallungen ein und verübten ihre Tat während einer bayerischen Sichtung zum "Preis der Besten", einem deutschlandweiten Nachwuchswettbewerb.
Verdacht auf Eltern als Täter
Die Ermittler vermuten, dass ein Elternteil hinter der Tierquälerei stecken könnte. Das Motiv scheint klar: Die Startplatzierung für das Jugendturnier sollte beeinflusst werden. Wilfried Herkommer, ehemaliger Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, betonte: "Ein Nicht-Pferdemensch greift einem Pferd beziehungsweise Pony nicht einfach ins Maul." Diese Aussage deutet auf Fachkenntnisse der Täter hin.
Reaktionen der Reitsportverbände
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung zeigte sich tief erschüttert. Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender des Verbandes, erklärte: "Wir verurteilen dieses Handeln auf das Schärfste. Der Schutz und das Wohlergehen der uns anvertrauten Pferde und Ponys haben für uns oberste Priorität." Thomas Schreder, Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, bezeichnete den Abbruch der Sichtung als "alternativlos".
Gesundheitszustand der Ponys und Sicherheitsmaßnahmen
Tierarzt Dr. Michael Zeitelhack gab Entwarnung: Der Allgemeinzustand der Ponys sei insgesamt gut, und es seien keine Folgeschäden zu erwarten. Dennoch reagieren die Veranstalter mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen. "Wir werden alles tun, damit sich Pferde und Pferdefreunde so sicher wie möglich fühlen und der Zutritt zukünftig noch stärker kontrolliert wird", versprach Schreder.
Die Kriminalpolizei sicherte vor Ort Spuren, und das Kommissariat 65 des Polizeipräsidiums München ermittelt weiter. Auch das zuständige Kreisveterinäramt ist eingebunden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung veröffentlichte aus ermittlungstechnischen Gründen keine weiteren Details, betonte aber das große Anliegen, die Vorkommnisse vollständig aufzuklären.



