Teurer Geburtstag: Union Berlin muss 340.000 Euro Strafe für Pyro-Spektakel zahlen
Die Feier zum 60. Klubgeburtstag des 1. FC Union Berlin wird den Verantwortlichen noch lange in Erinnerung bleiben – allerdings aus finanziell schmerzhaften Gründen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat jetzt eine offizielle Geldstrafe in Höhe von 340.000 Euro gegen die Eisernen verhängt. Grund für diese massive Sanktion war ein spektakulärer Pyrotechnik-Einsatz während des Heimspiels gegen Eintracht Frankfurt am 6. Februar, der zu einer erheblichen Spielunterbrechung führte.
Massive Feuershow in der Alten Försterei
In der neunten Spielminute des Bundesliga-Spiels, das schließlich 1:1 endete, zündeten Union-Fans laut DFB-Angaben mindestens 200 bengalische Feuer. Der dichte Rauch, der sich über das Stadion Alte Försterei legte, war so intensiv, dass Schiedsrichter Sören Storks die Partie für etwa sieben Minuten unterbrechen musste. Diese Unterbrechung erwies sich als entscheidender Faktor für die Höhe der nun verhängten Strafe.
Immerhin erhält der Verein einen Teil der Summe zurück: 113.000 Euro der Gesamtstrafe darf Union Berlin für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden. Der verbleibende Betrag von 227.000 Euro fließt direkt an den DFB. Obwohl die Strafe bereits jetzt rekordverdächtig hoch ausfällt, hätte sie nach Informationen der BILD-Zeitung noch deutlich höher ausfallen können.
Strafverschärfende Faktoren und Wiederholungstäter-Status
Dem Bericht zufolge wurden während des Spiels sogar rund 450 Bengalos gezündet. Der DFB-Strafenkatalog sieht grundsätzlich etwa 1.000 Euro pro pyrotechnischem Gegenstand vor – allein dieser Umstand hätte die Strafe theoretisch auf bis zu 450.000 Euro erhöhen können. Zusätzlich wirkt sich die Spielunterbrechung von mehr als fünf Minuten strafverschärfend aus: In solchen Fällen kann die Geldstrafe um bis zu 100 Prozent erhöht werden.
Ein weiterer Faktor bei der Bewertung war der Status von Union Berlin als Wiederholungstäter in Pyrotechnik-Angelegenheiten. In dieser Saison gehören die Eisernen ohnehin zu den „Strafenkönigen“ der Bundesliga. Mit der nun verhängten Sanktion summiert sich die Gesamtstrafe für alle Pyro-Vorfälle in dieser Spielzeit auf 592.500 Euro – was momentan Platz drei in der DFB-Strafentabelle bedeutet.
Die hohe Strafe unterstreicht die Null-Toleranz-Politik des DFB gegenüber Pyrotechnik in Stadien, die nicht nur aus Sicherheitsgründen problematisch ist, sondern auch den Spielbetrieb erheblich beeinträchtigen kann. Für Union Berlin wird der 60. Geburtstag damit zu einer teuren Angelegenheit, die die Vereinskasse spürbar belastet.



