Jonas Urbig nach Bayern-Sieg: Schweigen über DFB-Nominierung
In der Allianz Arena herrschte nach dem überzeugenden 4:1-Sieg des FC Bayern München gegen Atalanta Bergamo eine bemerkenswerte Stille. Ein Mantel des Schweigens wurde über ein Thema ausgebreitet, das längst die Runde gemacht hatte: die mögliche Nominierung von Torhüter Jonas Urbig für den DFB-Lehrgang Ende März. Selbst der 22-jährige Keeper selbst wollte die Berichte nicht bestätigen und wich geschickt aus.
Urbig reagiert ausweichend auf Nominierungsgerüchte
"Ich weiß von nichts, aber ich würde in diesem Rahmen hier jetzt über das Spiel sprechen", antwortete Urbig auf die Frage nach seinen Plänen für die kommende Länderspielpause. Doch ganz konnte er die Gerüchte nicht von sich weisen: "Ich habe es tatsächlich nach dem Spiel kurz gehört, dass das wohl so sein soll." Er betonte jedoch, noch nicht auf sein Handy geschaut zu haben, um mögliche offizielle Nachrichten zu prüfen.
Am Donnerstag um 14 Uhr soll Bundestrainer Julian Nagelsmann offiziell seinen 26-Mann-Kader für den DFB-Lehrgang bekanntgeben. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll der junge Bayern-Keeper auf dieser Liste stehen. Die Spiele gegen die Schweiz am 27. März und gegen Ghana am 30. März wären dann seine ersten Einsätze im DFB-Trikot.
Bayern-Verantwortliche halten sich bedeckt
Auch die Verantwortlichen des FC Bayern München hielten sich mit klaren Aussagen zurück. CEO Jan-Christian Dreesen betonte, von nichts zu wissen, fügte aber lachend hinzu: "Sowohl Lennart Karl, als auch Tom Bischof und Jonas Urbig spielen eine tolle Saison." Später schob er nach: "Natürlich freue ich mich, wenn sie nominiert werden. Aber das ist Sache des Bundestrainers."
Trainer Vincent Kompany bestätigte lediglich einen "gesunden Austausch" mit Julian Nagelsmann, wie er ihn mit jedem Bundestrainer pflege. Nähere Details wollte auch er nicht preisgeben. Dennoch ist man sich beim FC Bayern einig, dass sich Urbig eine Nominierung redlich verdient hätte.
Urbigs Entwicklung beim FC Bayern
Der 22-jährige Torhüter hat sich in dieser Saison als zuverlässiger Backup von Manuel Neuer etabliert. Immer wenn der Kapitän verletzt ausfiel - was in dieser Spielzeit nicht nur einmal vorkam - zeigte Urbig überzeugende Leistungen. Echte Patzer blieben die Ausnahme, stattdessen überzeugte er durch seine Ruhe und zielgenauen Abschläge.
"Ich konnte jetzt auch in über 80 Einsätzen in den Profiligen meine Erfahrungen sammeln und meinen eigenen Stil entwickeln", erklärt Urbig selbst. Eine Entwicklung, die nicht unbedingt erwartet worden war, als der gebürtige Euskirchener Ende Januar 2025 vom 1. FC Köln nach München wechselte. Dort war er zuvor nur die Nummer zwei hinter Marvin Schwäbe gewesen.
"Ich bin in München super aufgenommen worden", betont Urbig. "Ich habe schon einen Weg gemacht." Dieser Weg könnte ihn bei einem möglichen Karriereende von Manuel Neuer sogar zur neuen Nummer eins beim FC Bayern machen. Laut Informationen der AZ stehen die Chancen dafür nicht schlecht.
Tradition der Bayern-Torhüter im DFB-Team
Sollte die Nominierung am Donnerstag tatsächlich erfolgen, würde sich Jonas Urbig in eine legendäre Reihe von Nationaltorhütern des FC Bayern einreihen. Seine Vorgänger heißen unter anderem:
- Sepp Maier
- Oliver Kahn
- Jörg Butt
- Sven Ulreich
- Manuel Neuer
Alles große Spieler, die deutsche Fußballgeschichte geschrieben haben. Jonas Urbig ist derzeit auf dem besten Weg, ebenfalls zu einem solchen Spieler zu werden. Seine Entwicklung in München zeigt, dass aus dem einstigen Talent ein zuverlässiger Profi geworden ist, der bereit für höhere Aufgaben zu sein scheint.
Bis zur offiziellen Bekanntgabe durch Julian Nagelsmann bleibt jedoch alles Spekulation. Die beteiligten Parteien halten sich weiterhin bedeckt, wie die Reaktionen nach dem Sieg gegen Atalanta Bergamo deutlich zeigten. Doch die Zuversicht, dass Urbig den Sprung in den DFB-Kader schaffen wird, ist sowohl in München als auch in der Fußballöffentlichkeit groß.



