VAR-Sabotage bei Hertha-Spiel: Ultras ziehen Stecker - Schiedsrichter muss auf Keller-Bilder vertrauen
VAR-Sabotage: Ultras ziehen Stecker bei Hertha-Spiel

Ungewöhnliche Störung: Ultras sabotieren VAR-Monitor bei Hertha-Auswärtsspiel

Ein Fußballspiel der besonderen Art erlebten die Zuschauer beim Zweitliga-Duell zwischen Preußen Münster und Hertha BSC. Nicht nur das sportliche Geschehen auf dem Platz sorgte für Aufregung, sondern vor allem eine bislang einzigartige Sabotage-Aktion rund um den Video-Assistenten-Schiedsrichter (VAR).

Bilder aus dem „Kölner Keller“ entscheiden über Elfmeter

In der entscheidenden Phase der Partie, kurz vor einer wichtigen Elfmeter-Überprüfung zugunsten von Hertha BSC, kam es zu einem bemerkenswerten Zwischenfall. Zwei vermummte Ultras sprangen aus dem Fanblock und zogen dem VAR-Monitor am Spielfeldrand kurzerhand den Stecker. Der Bildschirm von Schiedsrichter Felix Bickel (29) wurde schwarz, sodass er keine eigenen Bilder mehr zur Verfügung hatte.

Stattdessen musste sich der Unparteiische auf die sogenannten Bilder aus dem „Kölner Keller“ verlassen – dem zentralen VAR-Standort in Köln. Von dort kam schließlich die Entscheidung: Strafstoß für Hertha BSC. Die Berliner nutzten diese Chance und sicherten sich letztendlich einen 2:1-Auswärtssieg.

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Reaktionen der Hertha-Protagonisten

Trainer Stefan Leitl (48) zeigte sich nach dem Spiel besorgt: „Wenn man sich vorstellt, es müssen weitere Entscheidungen getroffen werden, und man hat dann gar keine Fernsehbilder mehr. Das ist eine Technik, die zum Fußball gehört. Man kann sie mögen oder nicht, aber man muss dafür sorgen, dass solche Dinge nicht passieren.“

Sportvorstand Benjamin Weber (45) kritisierte die mangelnde Sicherheit: „Der Bereich sollte nicht so leicht zugänglich sein. Es hätte für uns in dieser Situation auch anders ausgehen können, deswegen muss man den Schutz im Blick haben. Bisher habe ich nur Fotos gesehen, mehr noch nicht, aber es sollte und darf nicht passieren.“

Mittelfeldspieler Paul Seguin (30) reagierte überrascht: „Ich habe es erst gar nicht mitbekommen. Krass, auf so eine Idee zu kommen. Ich habe es erst nach dem Spiel erfahren.“

Kapitän Fabian Reese (28) schilderte den Ablauf aus seiner Perspektive: „Mika Cuisance hat mir gezeigt, wie er getroffen wurde, dann war es für mich relativ klar. Dann sagt der Schiri: ‚Wir schauen uns das mal an.‘ Er hat es nicht gesehen, dann geht er raus – der Bildschirm war schwarz, und deswegen hat sich das verzögert. Dann habe ich von draußen gehört, dass es ein klares Foul ist.“

Hertha setzt Erfolgsserie fort

Für die Berliner geht die Mission Wiedergutmachung nach dem verpatzten Aufstieg und dem 2:5-Debakel in Paderborn weiter. Nach dem Last-Minute-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg (2:1) ist es bereits der zweite Erfolg in Serie, der ganz spät entschieden wird. Derzeit beträgt der Rückstand auf den dritten Platz acht Punkte.

Am kommenden Samstag, dem 14. März um 20:30 Uhr, geht es für Hertha BSC mit einem Heimspiel gegen den VfL Bochum weiter. Die Berliner wollen ihre positive Entwicklung fortsetzen und sich weiter dem Aufstiegsrennen annähern.

Die VAR-Sabotage in Münster wird sicherlich noch für Diskussionen sorgen und Fragen zur Sicherheit der technischen Einrichtungen bei Fußballspielen aufwerfen. Ein derartiger Eingriff in das Spielgeschehen ist im professionellen Fußball bislang einmalig und zeigt neue Herausforderungen für die Veranstalter auf.

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