VDS protestiert gegen DESG: Pressefreiheit im Eisschnelllauf in Gefahr
VDS protestiert: DESG schließt ARD-Journalisten aus

VDS protestiert vehement gegen Ausschluss von ARD-Journalisten

Das Präsidium des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) hat mit scharfen Worten auf die Nichtzulassung zweier ARD-Journalisten für eine Pressekonferenz der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) reagiert. Die Organisation spricht von einem klaren Eingriff in die Pressefreiheit und fordert die sofortige Zulassung der betroffenen Reporter.

Pressekonferenz unter restriktiven Bedingungen

Die DESG hatte für Donnerstag, den 26. Februar 2026, um 11.00 Uhr in Berlin eine Pressekonferenz angekündigt, um zu Vorwürfen aus einem ARD-Bericht Stellung zu nehmen. Die verantwortlichen Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus erhielten jedoch bis zum Morgen des Termins keine Bestätigung ihrer Akkreditierungsanfrage. Zudem wurden für die Veranstaltung ungewöhnlich restriktive Bedingungen festgelegt.

Laut VDS-Präsident André Keil untersagt die DESG bei dieser Pressekonferenz ausdrücklich:

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  • Filmaufnahmen und Videoaufzeichnungen
  • Tonaufnahmen und Live-Streams
  • Elektronische Mitschnitte jeglicher Art

In einem offenen Brief an die DESG bezeichnete Keil diese Bedingungen als völlig inakzeptabel und forderte die sofortige Zulassung der beiden ARD-Kollegen.

Hintergrund: ARD-Bericht über finanzielle Unregelmäßigkeiten

Der Konflikt entzündete sich an einem kritischen Bericht der ARD, der verschiedene Vorwürfe gegen die DESG thematisierte. Laut Recherchen des Senders geht es dabei insbesondere um:

  1. Zurückgehaltene Haushaltspläne der Organisation
  2. Prämienzahlungen an Sportler, die nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung ausgezahlt werden

Durch diese Enthüllungen geriet DESG-Präsident Matthias Große erheblich unter Druck. Die nun geplante Pressekonferenz sollte eigentlich der Aufklärung dienen, doch der Ausschluss der investigativen Journalisten wirft neue Fragen auf.

Breite Unterstützung für die betroffenen Journalisten

Nicht nur der VDS zeigt sich empört über das Vorgehen der DESG. Auch die ARD selbst protestierte bereits und sprach von einem eklatanten Verstoß gegen Grundsätze einer freien und unabhängigen Berichterstattung. Der Verband Deutscher Sportjournalisten betonte in seiner Stellungnahme, dass man jedem Versuch, kritischen Sportjournalismus zu reglementieren, vehement entgegentreten werde.

Die Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die schwierige Balance zwischen sportlichen Interessenvertretungen und journalistischer Aufsicht. Während die DESG ihr Recht auf Stellungnahme betont, sehen Medienvertreter in der restriktiven Handhabung der Pressekonferenz einen bedenklichen Präzedenzfall für die Sportberichterstattung in Deutschland.

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