Verl-Trainer Tobias Strobl: Vom Schicksalsschlag zum Aufstiegs-Hoffnungsträger
Verl-Trainer Strobl: Schicksalsschlag treibt Aufstiegs-Hoffnung

Verl-Trainer Tobias Strobl: Vom Schicksalsschlag zum Aufstiegs-Hoffnungsträger

Völlig verrückte Szenen in der Dritten Liga: Der SC Verl, finanziell einer der kleinsten Vereine der Liga, träumt plötzlich vom Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf den zweiten Platz hat Trainer Tobias Strobl (38) seine Mannschaft mitten in den Aufstiegskampf geführt. Der ehemalige U23-Coach des FC Augsburg steht in seiner ersten Station als Cheftrainer vor einer möglichen Sensation.

Ungewöhnliches Erfolgskonzept ohne Druck

„Keiner hat mit uns gerechnet. Wir müssen nichts, aber wir können – das unterscheidet uns von Vereinen wie 1860 München, wo es immer Aufstiegsdruck gibt“, erklärt Strobl. Der gebürtige Ingolstädter betont die entspannte Atmosphäre in Verl: „Unser größtes Faustpfand ist, dass keiner auf Verl schaut. Dabei ist es echt schön hier.“

Das Erfolgsrezept des Trainers basiert auf einem ungewöhnlichen Bewertungssystem. Nach jedem Spiel wird die Leistung nicht primär an Punkten, sondern an zwei spezifischen Werten gemessen:

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  • Höchster Ballbesitz der Liga
  • PPDA-Wert (Passes per Defensive Action/Pressingwert)

„Wenn wir da Spitzenreiter sind, ist alles gut. Das ist unser Konzept und es geht aktuell voll auf“, so Strobl. Die Offensivstärke unterstreicht die Statistik: Mit 67 Toren sind die Verler die treffsicherste Mannschaft der Liga.

Persönlicher Schicksalsschlag als Antrieb

Hinter Strobls Erfolg steht eine tiefgreifende persönliche Erfahrung. Seine Mutter erlitt 2012 ein Hirnaneurysma, lag elf Jahre im Wachkoma und wurde von der Familie gepflegt, bevor sie vor drei Jahren verstarb. „Das hat mich verändert und bei mir steht immer der Mensch über dem Erfolg. Das merken auch die Spieler“, erklärt der Trainer.

Diese Haltung prägt seine tägliche Arbeit: „Ich wurde durch diesen Schicksalsschlag geprägt, nehme das in meine tägliche Arbeit mit. Es geht nur miteinander und mit viel Ruhe und Gelassenheit.“ Ein Tattoo seiner Mutter ziert seinen Körper, und vor jedem Spiel richtet er seinen Blick nach oben in den Himmel.

Aufstiegskampf mit prominentem Besuch

Die Aufstiegschancen sind real: Gegen die Favoriten VfL Osnabrück, Energie Cottbus, Rot-Weiss Essen und 1860 München hat Verl in der Hinrunde bereits gepunktet. Ab nächster Woche erhält das Team prominenten Zuwachs: Kult-Löwe Sascha Mölders (40), aktuell Trainer beim SC Wiedenbrück, wird in Verl hospitieren.

„Seine Brandreden im Mittelkreis sind legendär. Vielleicht hat er für uns auch noch den ein oder anderen Tipp. Ein geiler Typ. Das wird spannend mit ihm“, freut sich Strobl auf die Zusammenarbeit.

Unberechenbarer Aufsteiger-Kandidat

„Der Aufstieg wäre die Sensation. Wir haben uns das Selbstvertrauen erarbeitet und das macht uns gefährlich und unberechenbar. Die Konkurrenz sollte uns auf dem Zettel haben“, warnt Strobl. Nach Informationen der BILD stehen bereits mehrere Zweit- und Erstligavereine dem erfolgreichen Trainer gegenüber auf dem Zettel.

Der Trainer selbst bezeichnet dies als „harmlose Flirts“ und winkt ab – vorerst. Denn wie er selbst weiß: Erfolg macht sexy. Mit seinem Vertrag bis 2027 und einer Mannschaft, die gegen alle Erwartungen spielt, könnte die Geschichte des SC Verl noch weitere überraschende Wendungen nehmen.

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