VfB Stuttgart nach 1:2-Heimniederlage in Europa League vor dem Aus
Der VfB Stuttgart steht im Achtelfinale der Europa League mit dem Rücken zur Wand. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß musste im Hinspiel vor heimischer Kulisse eine bittere 1:2 (1:2)-Niederlage gegen den FC Porto hinnehmen und braucht nun im Rückspiel einen deutlichen Auswärtssieg, um das Viertelfinale zu erreichen.
Porto-Doppelschlag binnen sechs Minuten entscheidet Partie
Vor 60.000 enttäuschten Zuschauern im Stuttgarter Stadion setzte der portugiesische Tabellenführer die Schwaben mit einem frühen Doppelschlag unter Druck. Terem Moffi traf in der 21. Minute zur Führung für die Gäste, nur sechs Minuten später erhöhte der erst 18-jährige Rodrigo Mora auf 0:2. Beide Tore resultierten aus nachlässigem Defensivverhalten der Stuttgarter, die nach einem spielbestimmenden Beginn die Kontrolle verloren.
„Nachlässigkeiten werden in dieser Wettbewerbsphase gnadenlos bestraft“, hatte Hoeneß vor dem Spiel gewarnt – und seine Mannschaft musste diese Lektion schmerzhaft lernen. Beim 0:1 gewährte die VfB-Defensive nach einem Abschlag von Torwart Alexander Nübel zu viel Raum, beim 0:2 spielte Abwehrchef Jeff Chabot einen fatalen Querpass.
Undav-Anschlusstreffer lässt kurz Hoffnung aufkommen
Erst in der 40. Minute gelang den Schwaben der Anschlusstreffer. Der formstarke Torjäger Deniz Undav traf sehenswert aus der Drehung zum 1:2 und brachte seine Mannschaft zurück ins Spiel. Der Ball war nach hartem Nachsetzen der Stuttgarter im Strafraum per Zufall zu Undav gelangt, der seinen Körper geschickt einsetzte.
„Ich freue mich sehr auf das Rückspiel, weil wir genau sehen werden, wo wir stehen“, hatte Hoeneß vor dem Anpfiff erklärt. Nach der Halbzeitpause flachte die Partie jedoch merklich ab. Den Gastgebern fehlte die nötige Präzision im Angriffsspiel, um den verdienten Ausgleich zu erzielen.
Stiller-Tor nach Videobeweis nicht gegeben
In der Schlussphase schien Kapitän Angelo Stiller den Ausgleichstreffer zu erzielen, doch nach Videobeweis wurde der Treffer wegen einer Abseitsposition von Tiago Tomás nicht anerkannt. Tomás war zuvor für Ermedin Demirovic eingewechselt worden – der einzige Portugiese im Kader der Schwaben agierte in den entscheidenden Momenten unglücklich.
Die sonst so gefürchteten Comeback- und Last-Minute-Qualitäten des Bundesliga-Vierten blieben diesmal aus. Auch Porto kam noch zu gefährlichen Abschlussmöglichkeiten, konnte den Vorsprung aber nicht weiter ausbauen.
Drucklastiges Rückspiel in Portugal erwartet
Nun steht der DFB-Pokalsieger vor einer Herkulesaufgabe. Im Nordwesten Portugais benötigt der VfB am kommenden Donnerstag einen deutlichen Auswärtssieg, um erstmals seit 1998 wieder ein internationales Viertelfinale zu erreichen. Das erste Europapokal-Achtelfinale des Vereins seit 13 Jahren droht damit bereits in der Hinrunde zu enden.
Die Niederlage gegen den 30-maligen portugiesischen Meister zeigt deutlich: Internationale Spitzenklasse verzeiht keine Defensivfehler. Der VfB muss im Rückspiel nicht nur offensiv mehr Gefahr entwickeln, sondern vor allem defensiv stabiler auftreten, um die europäische Reise fortsetzen zu können.



