Rassistische Angriffe gegen Vinicius Junior: Real Madrid-Star erneut Ziel von Schmähgesängen
Vinicius Junior: Erneut Ziel rassistischer Angriffe

Erneute rassistische Angriffe gegen Real Madrids Vinicius Junior

Beim 1:2 von Real Madrid gegen Osasuna in Pamplona wurde der brasilianische Offensivstar Vinicius Junior (25) erneut zur Zielscheibe von Schmähgesängen und rassistischen Beleidigungen. Trotz seines zwischenzeitlichen Ausgleichstreffers in der 73. Minute überschatteten unschöne Szenen von den Rängen das Spiel.

Pfiffe und Todeswünsche von den Tribünen

Während des gesamten Spiels waren von den Osasuna-Fans immer wieder Pfiffe und abfällige Gesänge zu hören. Die Anhänger skandierten unter anderem "Vinicius, balon de playa", was sich auf seine verpasste Ballon-d'Or-Auszeichnung 2024 bezieht, sowie "tonto" (Dummkopf). Besonders bedenklich sind jedoch Videos, die aktuell von La Liga geprüft werden und in denen "Vinicius, muerete" (Stirb, Vinicius) gerufen worden sein soll.

Der Klub Osasuna war für eine offizielle Stellungnahme zu den Vorfällen zunächst nicht erreichbar. Es handelt sich nicht um den ersten derartigen Vorfall in Pamplona: Bereits 2023 wurde ein Osasuna-Anhänger gefilmt, wie er Vinicius rassistisch beleidigte.

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Systematisches Problem: 26 Vorfälle seit 2021

Laut offiziellen Angaben von La Liga gab es seit Oktober 2021 insgesamt 26 rassistische Vorfälle gegen den brasilianischen Nationalspieler. Der Fall aus dem Jahr 2023, bei dem ein Anhänger den Spieler beleidigte, wurde zwar angezeigt, das Verfahren jedoch 2024 vorläufig eingestellt, weil der Täter nicht identifiziert werden konnte.

Parallel ermittelt auch die UEFA zu einem mutmaßlichen Vorfall im Champions-League-Playoff-Hinspiel gegen Benfica. Dort soll Benfica-Spieler Gianluca Prestianni (20) Vinicius rassistisch beleidigt haben, was zu einer zehnminütigen Spielunterbrechung führte. Prestianni bestreitet die Vorwürfe vehement.

Sportliche Pleite und Warnung von Trainer Arbeloa

Sportlich endete das Spiel für Real Madrid mit einer bitteren 1:2-Niederlage. Raul Garcia traf spät für Osasuna zum Siegtreffer. Trainer Alvaro Arbeloa äußerte sich nach der Auswärtspleite besorgt: "Ich hoffe, dass es nichts zu bedeuten hat, denn in vier Tagen spielen wir wieder um unser Leben."

Arbeloa betonte weiter: "Eine Mannschaft zeigt ihre Stärke in schwierigen Zeiten. Es gibt keinen Platz für Zweifel. Ich glaube an mein Team. Wir müssen unsere hohen Standards über einen längeren Zeitraum halten." Am Mittwoch steht für Real Madrid das Rückspiel gegen Benfica im Bernabeu an, was für Benfica-Trainer Jose Mourinho die erste Rückkehr zu seiner alten Wirkungsstätte bedeutet.

Die wiederholten rassistischen Angriffe gegen Vinicius Junior werfen erneut die Frage auf, wie effektiv die Maßnahmen gegen Diskriminierung im spanischen Fußball wirklich sind. Trotz zahlreicher Anzeigen und Ermittlungen scheinen die Vorfälle nicht abzunehmen, sondern sich zu einem systematischen Problem zu entwickeln.

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