DFB-Sportdirektor Völler zeigt sich alarmiert über Sicherheitslage in Mexiko
Rudi Völler, der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat die aktuellen Zustände in Mexiko wenige Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft als »erschreckend« bezeichnet. Das Land wird gemeinsam mit den Vereinigten Staaten und Kanada Gastgeber des prestigeträchtigen Turniers sein, das am 11. Juni 2026 startet.
Hoffnung auf Beruhigung der Lage
»Wir haben alle natürlich die Hoffnung, dass sich das in den nächsten Tagen und Wochen wieder beruhigt, bis die WM losgeht«, erklärte Völler während der Chefredaktionskonferenz der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund einer eskalierenden Gewaltwelle, die Mexiko derzeit überzieht.
Auslöser der Gewalt
Die Unruhen wurden durch den Tod des mächtigen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als »El Mencho«, ausgelöst. Nachdem das mexikanische Militär den Kartellführer getötet hatte, reagierten die Mitglieder seines Kartells mit extremer Gewalt. Es kam zu Brandstiftungen an Tankstellen, Geschäften, Autos und Banken, während auf zahlreichen Straßen Blockaden errichtet wurden.
Berichten zufolge gab es mehrere Tote und Verletzte, wobei offizielle Zahlen noch ausstehen. Mehrere Länder, darunter Deutschland, haben inzwischen Reisewarnungen für Mexiko ausgesprochen und ihre Bürger zu größter Vorsicht aufgerufen.
Auswirkungen auf die WM-Vorbereitungen
Besonders betroffen von den Unruhen ist der Bundesstaat Jalisco an der Westküste mit der Hauptstadt Guadalajara. In dieser Millionenmetropole befindet sich eines der drei mexikanischen WM-Stadien, und zwei Nationalmannschaften – Kolumbien und Südkorea – haben dort ihre Trainingscamps geplant. In Guadalajara sind vier WM-Vorrundenspiele angesetzt, darunter das hochkarätige Duell zwischen Europameister Spanien und Uruguay.
Insgesamt sollen in Mexiko 13 WM-Spiele stattfinden, wobei neben Guadalajara auch Mexiko-Stadt und Monterrey als Gastgeberstädte fungieren. Uruguay und voraussichtlich auch Südafrika haben ihre WM-Quartiere in Mexiko vorgesehen.
Weitere sportliche Veranstaltungen gefährdet
Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey jeweils zwei internationale Playoff-Partien zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehmer ausgetragen werden. Aufgrund der Unruhen wurden am vergangenen Sonntag unter anderem zwei Erstligaspiele in Mexiko abgesagt.
Die mexikanische Nationalmannschaft plant für diese Woche ein Freundschaftsspiel gegen Island in der Stadt Queretaro, das jedoch aufgrund der Sicherheitslage möglicherweise nicht wie geplant stattfinden kann. Der Fußball-Weltverband FIFA hat auf eine Anfrage der dpa zur aktuellen Situation bislang nicht reagiert.
Die Entwicklungen werfen ernste Fragen zur Sicherheit während der Weltmeisterschaft auf und belasten die Vorbereitungen für eines der größten Sportereignisse der Welt.



