DFB-Vizepräsident Watzke: Keine überschwängliche WM-Vorfreude trotz Teamvertrauen
Watzke: Keine überschwängliche WM-Vorfreude trotz Vertrauen

Gemischte Gefühle vor der Weltmeisterschaft: Watzke äußert sich zu WM-Stimmung und Teamchancen

Knapp zwei Monate vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko blickt DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke mit ambivalenten Empfindungen auf das Turnier. Der 66-jährige Präsident von Borussia Dortmund und Ligapräsident der Deutschen Fußball Liga gab in einem Interview mit den Ruhr Nachrichten Einblicke in seine aktuelle Gemütslage.

Fehlende überschäumende Freude trotz anfänglicher Vorfreude

„Ich hatte mich wirklich extrem darauf gefreut“, bekannte Watzke zunächst. „Durch die ganzen Umstände empfinde ich jetzt aber keine überschäumende Freude.“ Eine detaillierte Begründung für diesen Stimmungswechsel lieferte der erfahrene Fußballfunktionär zwar nicht, doch der Kontext lässt Rückschlüsse zu. In der jüngeren Vergangenheit waren immer wieder Forderungen nach einem WM-Boykott laut geworden, die unter anderem auf die umstrittene Politik von US-Präsident Donald Trump und den Iran-Krieg zurückzuführen sind.

Von solchen Boykottgedanken hält Watzke jedoch entschieden nichts. Stattdessen plädiert er für eine klare Trennung der Bereiche. „Wenn wir klug sind, dann überlassen wir die politischen Bewertungen den Politikern und konzentrieren uns auf den Sport“, betonte er. Der Sport habe nämlich eine wesentliche Aufgabe: „Menschen zusammenzuführen – auch über Landesgrenzen hinweg.“

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Hoffnung auf Austausch und Wahrnehmung europäischer Sorgen

Watzke erhofft sich von den deutschen Fans, die zur WM in die USA reisen werden, einen konstruktiven „Austausch“ mit der amerikanischen Bevölkerung. „Und vielleicht merken die Menschen dort auch, dass es hier Leute gibt, die sich Sorgen um die USA machen“, äußerte der DFB-Vizepräsident. Diese Hoffnung auf gegenseitiges Verständnis und Dialog steht im Kontrast zu seiner persönlichen, gedämpften Vorfreude.

Einschätzung der deutschen Nationalmannschaft unter Nagelsmann

Sportlich zeigt sich Watzke durchaus zuversichtlich, auch wenn er realistische Maßstäbe anlegt. Deutschland gehöre sportlich zwar „sicherlich nicht zu den zwei oder drei absoluten Top-Favoriten“. Dennoch sieht er das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann in einer vielversprechenden Position.

„Das Team ist in der Gruppe der Mannschaften, die sich innerhalb eines Turniers in einen Flow spielen und dann auch viel erreichen können“, analysierte Watzke. „Wir haben eine sehr ordentliche Mannschaft.“ Diese Einschätzung unterstreicht das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Nationalteams, das trotz der nicht ganz optimalen Ausgangslage das Potenzial für eine erfolgreiche Turnierteilnahme besitzt.

Insgesamt zeichnet Watzke somit ein Bild von zurückhaltender persönlicher Begeisterung angesichts politischer Rahmenbedingungen, kombiniert mit sportlichem Optimismus und dem Appell an die verbindende Kraft des Fußballs. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich diese Gemengelage weiterentwickelt und ob die deutsche Mannschaft tatsächlich den erhofften „Flow“ finden kann.

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