Enttäuschende Nullnummer: Deutsche Fußballerinnen verpassen Sieg in Österreich
Das 0:0-Unentschieden in der WM-Qualifikation gegen Österreich hat bei den deutschen Fußballerinnen für konsternierte Gesichter und deutliche Worte gesorgt. Bundestrainer Christian Wück bewertete die Vorstellung seiner Mannschaft in Ried als klaren Rückschritt im Qualifikationsmarathon zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien.
„Treppe runtergefallen“: Wücks ernüchternde Bilanz
„Heute sind wir vielleicht die Treppe, die wir schon oben waren, oder die Treppenstufe, die wir schon oben waren, wieder runtergefallen“, sagte der 52-jährige Trainer nach dem Spiel. Seine Worte spiegeln die Enttäuschung über eine Leistung wider, die weit unter den Erwartungen und Möglichkeiten des Nationalteams lag.
Im vierten Spiel der Qualifikationsgruppe verpasste die deutsche Auswahl ausgerechnet gegen das Gruppen-Schlusslicht Österreich einen wichtigen Auswärtssieg. Dennoch behauptet das Team mit diesem Punkt die Tabellenführung, liegt jedoch nur einen Punkt vor der verfolgenden norwegischen Mannschaft.
Unter Druck vor dem Norwegen-Spiel
Die nächste Herausforderung wartet am 5. Juni in Köln gegen Norwegen. „Wir haben noch alles selbst in der Hand. Und wir werden jetzt unsere Lehren daraus ziehen“, betonte Wück. Nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für die WM-Endrunde, was den Druck vor den verbleibenden Spielen erhöht.
Zum Abschluss der Qualifikation reisen die deutschen Fußballerinnen am 9. Juni nach Slowenien, wo ein weiterer Sieg dringend benötigt wird, um die direkte Qualifikation nicht zu gefährden.
Leistungseinbruch und viele leichte Fehler
„Wir haben so viele leichte Fehler gemacht. Wir haben so viele Pässe gespielt, die nicht gut waren. Und ja, wir müssen verstehen, dass wir unser Basispotential auf den Platz bringen müssen“, analysierte Wück die schwache Leistung seiner Mannschaft.
Bereits vier Tage zuvor hatte der Bundestrainer beim 5:1-Heimsieg in Nürnberg gegen denselben Gegner deutliche Kritik geäußert. „Ich hätte es gerne vermieden, aber es hat uns zumindest gezeigt, dass wir noch einiges in Arbeit vor uns haben“, räumte Wück ein. Solche Spiele seien jedoch wichtige Lehrmomente für die weitere Entwicklung des Teams.
Ideeenloser Angriff und rote Karte
Vor 4.300 Zuschauern in Ried mühte sich die deutsche Mannschaft vergebens um Torerfolge und zeigte sich im Angriffsspiel meist ideenlos. Die Situation verschärfte sich in der 79. Spielminute, als Abwehrchefin Janina Minge nach einer Notbremse die rote Karte sah und das Team damit in Unterzahl spielen musste.
„Es war halt einfach zu wenig heute“, fasste Mittelfeldspielerin Sjoeke Nüsken die enttäuschende Leistung knapp zusammen.
Senß kritisiert Platz- und Ballbedingungen
Elisa Senß, weitere Mittelfeldspielerin der deutschen Auswahl, äußerte zusätzliche Kritik an den äußeren Bedingungen. „Ich bin kein Freund davon, irgendwie Ausreden zu suchen, aber ich glaube, Platz und Ball hätten besser sein können“, sagte die Frankfurterin.
Der Ball habe „sehr doll gehoppelt. Also wenn du das Spiel schnell machen willst und Druckball spielst, dann hoppst er halt komisch auf. Wenn du ihn nicht scharf spielst, dann ist er ewig lang unterwegs“, beschrieb Senß die schwierigen Spielbedingungen. Dies war das erste sieglose Spiel der deutschen Fußballerinnen gegen Österreich im neunten Aufeinandertreffen der beiden Nationen.



