Ex-Trainer Markus Weinzierl übt scharfe Kritik am FC Augsburg
Das kurze Intermezzo von Sandro Wagner als Cheftrainer beim FC Augsburg hat bei einem seiner Vorgänger deutliche Worte ausgelöst. Markus Weinzierl, der den Verein in der Saison 2015/16 in die Europa League führte, sieht die Verantwortung für das letztlich gescheiterte Experiment in erster Linie beim Verein selbst und äußert sich kritisch zu den Entscheidungen der Verantwortlichen.
"Entlassung von Jess Thorup nicht nachvollziehbar"
In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen erklärte Weinzierl zunächst, dass er die Entlassung von Jess Thorup sowohl aus sportlicher als auch aus menschlicher Perspektive nicht verstehen könne. "Thorup hatte den FCA zum Abschluss der Vorsaison auf Platz zwölf geführt", betonte der 51-Jährige und verwies damit auf die eigentlich solide Leistung unter dem dänischen Trainer.
Die anschließende Verpflichtung von Sandro Wagner erfolgte laut Weinzierl mit großen Zielen und ambitionierten Ankündigungen. Doch bereits im November musste Wagner nach nur vier Siegen in vierzehn Pflichtspielen wieder gehen – eine Entscheidung, die Weinzierl besonders kritisch sieht.
Kostspieliges Experiment mit Wagner
"Ihn dann mit einer üppigen Abfindung von drei Millionen Euro wieder zu entlassen, halte ich für einen Verein wie den FC Augsburg für sehr schwierig", so Weinzierl weiter. Der ehemalige Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte bei den bayerischen Schwaben seinen ersten Cheftrainerjob in der Bundesliga übernommen, konnte die Erwartungen jedoch nicht erfüllen.
Unter Wagners Nachfolger Manuel Baum hat sich der FC Augsburg mittlerweile im Abstiegskampf etwas Luft verschafft. Als Tabellenzehnter liegen die Fuggerstädter aktuell acht Punkte vor der Abstiegszone und haben damit ihre Position zumindest vorübergehend stabilisiert.
Weinzierls Zukunft beim FC Bayern
Neben seiner Kritik am FC Augsburg sprach Weinzierl auch über seine eigene berufliche Situation. Seit September 2024 ist er Leiter des Bayern-Campus, wird diese Position jedoch zum 1. Mai an Michael Wiesinger übergeben.
Den Schritt des Rekordmeisters kann der 51-Jährige nach eigenen Angaben nachvollziehen: "Ich kenne die Gedanken dahinter und für mich ist alles gut. Ich übergebe zufrieden mit einer sehr guten persönlichen Bilanz", erklärte Weinzierl. Besonders betonte er seine Freude an der Arbeit mit Talenten wie Lennart Karl.
Wie es für ihn persönlich weitergeht, ist derzeit noch offen. "Wir sind in guten Gesprächen, aber mehr gibt es aktuell noch nicht zu sagen", so Weinzierl abschließend zu seinen Zukunftsplänen. Die Fußballwelt darf gespannt sein, wohin der Weg den erfahrenen Trainer als nächstes führen wird.



