Werder-Chefin Laufmann äußert sich zu Ultra-Vorfällen in Wolfsburg
Werder-Chefin spricht zu Ultra-Vorfällen in Wolfsburg

Werder-Chefin Laufmann äußert sich zu Ultra-Vorfällen in Wolfsburg

Die gewaltsamen Ausschreitungen rund um das Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Werder Bremen (1:0) sorgen weiterhin für hitzige Debatten. Während der VfL Wolfsburg und die örtliche Polizei schwere Vorwürfe gegen die Werder-Ultras erheben, haben sich die Bremer Verantwortlichen zunächst mit öffentlichen Stellungnahmen zurückgehalten. Diese Phase des Schweigens ist nun beendet: Am Montag hat sich Werder-Chefin Anne-Kathrin Laufmann (46) offiziell zu den Vorfällen geäußert und dabei ein differenziertes Bild der Geschehnisse gezeichnet.

Gewalt wird aufs Schärfste verurteilt

„In den vergangenen Tagen haben wir uns intensiv und umfassend mit den Abläufen auseinandergesetzt und dazu zahlreiche Gespräche mit unserer engagierten Fanszene, den zuständigen Behörden sowie den Verantwortlichen vor Ort geführt. Dabei hat sich erneut gezeigt, dass solche Situationen in ihrer Dynamik äußerst vielschichtig sind und sich einer einfachen oder einseitigen Bewertung konsequent entziehen“, erklärt Laufmann in ihrer offiziellen Stellungnahme. Die Geschäftsführerin geht dabei weniger auf die konkreten Vorwürfe ein, sondern verurteilt vielmehr Gewalt jeglicher Art auf das Schärfste.

Laufmann betont weiterhin: „Unabhängig von den Einzelheiten gilt für uns als Verein klar und unmissverständlich: Die Entwicklung der Situation in dieser dramatischen Form entspricht in keiner Weise unserem hohen Anspruch an einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang miteinander. Unser gemeinsames Ziel aller Beteiligten muss es stets sein, potenzielle Konflikte gar nicht erst eskalieren zu lassen. Körperliche Auseinandersetzungen und gewaltsame Zuspitzungen sind dabei kein akzeptables Mittel und widersprechen fundamental den Grundsätzen, welche wir als Werder Bremen vertreten und leben.“

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Differenzierte Betrachtung der Auslöser

Nach aktuellen Angaben der Polizei Wolfsburg gab es drei leicht verletzte Beamte und Ordner. Zehn Fans wurden vorübergehend festgenommen. Während die Wolfsburger Verantwortlichen die Eskalation eindeutig von den Werder-Ultras ausgehen sehen, behaupten die betroffenen Fans das genaue Gegenteil. Laufmann nimmt zu den Auslösern der Eskalation Stellung: „Entgegen der teilweise öffentlich vermittelten und vereinfachten Darstellung ging es im Kern nicht um generell verbotene Fanmaterialien. Vielmehr entwickelte sich die angespannte Situation aufgrund der konkreten Frage der zulässigen Anzahl von Fahnenstangen, deren Mitführung grundsätzlich genehmigt und erlaubt war.“

Und die Werder-Chefin präzisiert: „Diese wichtige Differenzierung ist für eine faire Bewertung der Gesamtsituation von wesentlicher Bedeutung, weil sie deutlich macht, dass es sich primär um eine Auslegungs- und Abstimmungsfrage handelte, nicht um einen grundsätzlichen Regelverstoß.“ Im gesamten offiziellen Statement weisen die Bremer Verantwortlichen die erhobenen Vorwürfe weder pauschal von sich, noch bestätigen sie diese vollumfänglich.

Grundsätzliches Kommunikationsproblem identifiziert

Vielmehr sieht Laufmann ein grundlegendes und strukturelles Problem: „Ebenso sehen wir auf Seiten der gastgebenden Organisation und der eingesetzten Sicherheitskräfte die klare Verantwortung, mit der notwendigen Verhältnismäßigkeit und mit einem konsequenten Fokus auf transparente Kommunikation zu agieren. Aus unserer erfahrenen Sicht erfordern insbesondere große, gut strukturierte Fanszenen ein hohes Maß an Augenmaß, Flexibilität und echter Dialogbereitschaft. Wiederkehrende Konflikte an vergleichbaren Schnittstellen deuten deutlich darauf hin, dass bestehende Abläufe und Abstimmungsprozesse dringend weiterentwickelt und optimiert werden müssen.“

Abschließend unterstreicht die Werder-Chefin: „Wir werden den konstruktiv eingeschlagenen Dialog mit allen beteiligten Parteien konsequent und nachhaltig fortsetzen, um zukünftige Eskalationen bestmöglich zu verhindern.“ Die Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen zwischen organisierten Fanszenen und Sicherheitsbehörden im deutschen Profifußball.

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